Vastu - Die indische Variante des Feng Shui

Eine weniger bekannte Form der Wohnraumgestaltung nach spirituellen Gesichtspunkten ist das Vastu, eine alte indische Lehre. Diese basiert auf einer ähnlichen Philosophie wie das chinesische Feng Shui.


Bei Vastu handelt es sich um eine indische Architekturlehre, die auf alten vedischen Schriften basiert. Ähnlich wie beim Feng Shui geht es auch bei Vastu um ganzheitliches Wohnen. Ziel ist es, ein Leben im Einklang mit der uns umgebenden Umwelt und Natur zu erreichen, um so die Lebens- und Wohnqualität zu steigern. In privaten Räumen eingesetzt, kann Vastu Gesundheit und Wohlbefinden steigern und Energieblockaden beseitigen. Es kann sich sogar die berufliche Perspektive verbessern. In Indien werden bereits seit Jahrtausenden Häuser, Tempel und ganze Städte nach dem Vastu-Prinzip gebaut.

Energien und Elemente

  • Grundlegende Annahme der Vastu-Lehre ist, dass auf unserer Erde verschiedene Energien wirken, etwa die Strahlen der Sonne, des Mondes und der Planeten. Aufgrund ihrer Kugelform kann die Erde mit einem lebenden Organismus verglichen werden, der Energien einsammelt. Auch magnetische, bio-elektrische und thermische Energiefelder werden angenommen. Außerdem die Eigenschaften der fünf Elemente – Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther – im Vastu ebenfalls berücksichtigt.
  • Eine besondere Rolle spielt die sogenannte Tachyonenergie, eine kosmische Urenergie, aus der das ganze Universum hervorgeht. Sie existiert in einem formlosen Zustand, der auch als Nullpunkt-Energie, freie Energie oder Prana bezeichnet wird. Nach Erfahrungen der Vastu-Anhänger tritt diese Energie verstärkt im Nordosten und Zentrum eines Wohnraumes auf, weshalb diesen Bereichen eine erhöhte Aufmerksamkeit im Vastu zukommt. 

Vastu - Der ältere Bruder des Feng Shui?

  • Vastu ist zweifellos eng verwandt mit der chinesischen Wohnlehre. Einige Anhänger des Vastu behaupten sogar, dass Feng Shui sich aus Vastu entwickelt hat. 
  • Beweisen lässt sich diese Annahme jedoch nicht. Wahrscheinlicher ist, dass sich beide Formen parallell zueinander entwickelt haben.

Drei Schritte zur Harmonie

  • Ein Vastu-Berater analysiert Ihre Wohnsituation, um herauszufinden, ob die Prana-Energie ungehindert fließen kann. Anhand eines Wohnhoroskops werden anschließend die verschiedenen Planeteneinflüsse untersucht. Blockaden werden aufgelöst und in positive Kräfte umgewandelt. Die neun Planeten der vedischen Astrologie werden den acht Himmelsrichtungen als auch den einzelnen Wohnräumen und den darin befindlichen Gegenständen zugeordnet. 
  • Am besten kann Vastu wirken, wenn es bereits bei der Planung eines Hauses zum Einsatz kommt. Dabei werden die Proportionen der Räume analysiert und deren optimale Lage im Haus festgelegt, um Harmonie zu erreichen. Die Annahme ist, dass jeder Raum von unzähligen Energiegitternetzen durchzogen ist, die parallel zu den Haupthimmelsrichtungen verlaufen. Das heißt, die Räume sollten nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet sein. Im Norden beispielsweise sollte sich das Wohnzimmer, das Büro oder der Leseraum befinden, im Osten das Bad, der Haupteingang oder das Esszimmer.
  • Aber auch, wenn das Schlafzimmer nicht zum Esszimmer umgewandelt werden kann, lässt sich mithilfe einiger Hilfsmittel der Energiefluss erheblich verbessern. Yantras sind solche Korrekturwerkzeuge. Dabei handelt es sich um rituelle Diagramme, die mittels geometrischer Elemente, Farben und Formen das Göttliche repräsentieren und so energetische Defekte ausgleichen können.