Vaterschaftstest - Ist er's oder ist er's nicht?

Der Vaterschaftstest belegt oder widerlegt eine Vaterschaft. Hierzu bedarf es einem Schleimhautabstrich von beiden Personen. Dieser wird dann im Labor auf eine Übereinstimmung der DNS überprüft.


Der Vaterschaftstest ist eine DNS-Analyse, die zur Feststellung des biologischen Verwandtschaftsverhältnisses zwischen Vater und Kind dient. Die Genauigkeit dieses Test liegt mittlerweile bei 99,9 Prozent. Erst seit der Jahrtausendwende sind DNS-Untersuchungen auch für Privatleute erschwinglich und nicht mehr ausschließlich polizeilichen Ermittlungen vorbehalten.

 

DNS-Abgleich

  • Für die Feststellung der Vaterschaft wird ein Abstrich der Schleimhaut von Vater und Kind und falls möglich auch von der Mutter benötigt. Aber auch von anderen Gegenständen, wie Zigarettenkippen, Kaugummis und Taschentüchern kann DNS gewonnen werden.

 

  • Aus der Probe wird dann die DNS der jeweiligen Person isoliert und untereinander verglichen. Im Falle einer Verwandtschaft stimmen bestimmte Segmente der DNS bei Vater und Kind überein.

 

Vor dem Test das Einverständnis einholen

  • Wer einen privaten Vaterschaftstest durchführen lassen möchte, muss aber aufgrund der im Grundgesetz verankerten informationellen Selbstbestimmung, die Einverständniserklärungen aller Beteiligten im Voraus einholen. Wer es nicht tut, macht sich andernfalls strafbar.

 

  • Aus diesem Grund gilt ein heimlich durchgeführtes und womöglich negativ ausgefallenes Abstammungsgutachten vor Gericht nicht als Beweis. Es kann auch nicht als Anfangsverdacht für eine Vaterschaftsanfechtungsklage geltend gemacht werden. Beweiskraft besitzen ausschließlich gerichtlich in Auftrag gegebene und notariell beglaubigte DNS-Untersuchungen.

 

Heimliche Vaterschaftstests vor Gericht unzulässig

  • Im Februar 2007 bestätigte das Bundesverfassungsgericht die geltende Rechtslage, wonach heimlich durchgeführte Vaterschaftstests vor Gericht unzulässig seien. Jedoch wies das Gericht den Gesetzgeber an, innerhalb eines Jahres eine weitere Möglichkeit zur gerichtlichen Überprüfung der Vaterschaft zu schaffen, ohne diese damit gleichzeitig anzufechten.

 

  • Damit soll die Rolle des Vaters aufgewertet werden, denn viele Kritiker erachten diese im Familienrecht als untergeordnet.

 

Kuckuckskinder durch Test entlarven?

  • Insgesamt besagen Schätzungen, dass rund zehn Prozent aller Kinder nicht vom vermeintlich biologischen Vater sind. Und auch wenn die Vaterschaft eine erhebliche Verantwortung im Leben darstellt, schafft ein voreilig durchgeführter Vaterschaftstest meist mehr Probleme, als er Nutzen bringt.

 

  • Ein negativer Vaterschaftstest stellt die gesamte Familie vor eine große Belastungsprobe, beraubt das Kind des Vaters und belastet die Beziehung des Vaters zu dem Kind.