Während einer Schwangerschaft verlängern sich die Blutbahnen der Gebärmutter, um eine optimale Versorgung des Embryos zu gewährleisten. Damit der Uterus komplett durchblutet werden können, produziert der Körper mehr Blut als gewöhnlich. Dieser allgemeine Anstieg der Blutmenge hat aber auch einen unangenehmen Nebeneffekt:
Rund zwei Drittel des Gesamtblutes fließt durch die Venen und erhöht den Druck auf diese somit enorm. Zusätzlich lockert das Schwangerschaftshormon Gestagen die Wände der Blutbahnen, was zu zusätzlicher Belastung der Venen führt. Auch das zunehmende Gewicht des Uterus kann die Venen zusammendrücken. In der Folge wird es für das Blut immer schwerer, vom unteren Teil des Körpers durch die stark verengten Venen zum Herzen zu fließen. Wird dieser Zustand nicht behoben, kann dies ernsthafte Komplikationen mit sich bringen: Im schlimmsten Fall droht eine Thrombose.
Vorbeugendes Venentraining
Unterschiedliche Methoden können dabei helfen, die Venen zu entlasten und das Blut wieder reibungslos zirkulieren zu lassen. Spezielles Venentraining zum Beispiel ist darauf ausgelegt, die Muskulatur der Waden und Oberschenkel zu kräftigen. Nur eines von vielen einfachen Beispielen ist das abwechselnde auf die Zehenspitzen stellen und anschließend wieder abrollen, das möglichst mehrmals nacheinander ausgeführt werden sollte. Diese Übung kann auch zwischendurch im Sitzen ausgeführt werden. Als zusätzlicher Helfer für das Venentraining fungiert der Igelball: Er wird mit den Füßen hin- und herdirigiert. Eine andere Übung wird im Liegen ausgeführt: Hierbei werden die Beine abwechselnd angehoben und dann in der Luft kreisförmig oder auf und ab bewegt.
Manuelle und medizinische Hilfen
Neben ausreichender Bewegung gibt es heute eine große Auswahl medizinischer und manueller Methoden, die angeschlagene Venen stützen können: Kompressionstrümpfe werden auch angewandt, um das Thromboserisiko bei langem Liegen oder Sitzen, zum Beispiel im Krankenhaus, zu minimieren. In Kombination mit pflanzlichen Präparaten, die speziell für Venenleiden entwickelt wurden, sind sie besonders sinnvoll. Diese Mittel verbessern nicht nur die Blutzirkulation, sondern je nach Inhaltsstoff auch die Elastizität der Venenwände.
Was schon die Großmütter wussten: Alte Hausrezepte
Nicht immer ist der Gang in die Apotheke nötig. Es gibt auch eine ganze Reihe an Hausrezepten, die sich schon seit Jahrzehnten bewährt haben und ganz allgemein bei Venenleiden angewandt werden. Zum Einen zählen hierzu kalte Güsse oder Wassertreten nach Kneipp. Eine andere Möglichkeit sind auch Bein- und Fußmassagen. Ob professionell durchgeführt oder ein Eigenanwendung spielt dabei keine Rolle, wenn die richtigen Techniken angewandt werden. Im Fachhandel gibt es sogar spezielle Geräte, die durch Luftdruck eine besonders wirksame Massage versprechen.