Verhindert Stillen eine Schwangerschaft?

Kann Stillen wirklich eine Schwangerschaft verhindern? Natürlich nicht. Auch während der Stillzeit sind Frauen in der Lage, wieder schwanger zu werden. Wer also nicht sofort wieder schwanger werden möchte, sollte verhüten.


Gynäkologen weisen eindringlich darauf hin, dass Frauen während der Stillzeit sehr wohl erneut schwanger werden können. Während der Stillphase schütten Mütter das Hormon Prolaktin aus. Dieses ist neben der Milchbildung, sofern es in der ausreichend hohen Menge vorhanden ist, in der Lage, den Eisprung zu unterdrücken. Beim Stillen ist der Prolaktinspiegel selbst sehr hoch, bereits eine vierstündige Stillpause bewirkt ein Absinken des Pegels, sodass eine körpereigene Empfängnis-Verhütung nicht mehr gewährleistet ist. Ein Abpumpen der Milch ist weniger effektiv; das Prolaktin erreicht nicht die hohen Werte, die es bei dem natürlichen Saugvorgang erreicht.

Empfängnisverhütung umstellen

  • Stillende Frauen sollten auch Verhütungsmittel nutzen. Die bewährten, hormonellen Möglichkeiten können in dieser Zeit nicht angewandt werden, da die in den Präparaten enthaltenen Östrogene in die Muttermilch übergehen und das Neugeborene schädigen können. Zudem können die Hormone die Menge der Milch vermindern. Mit der Einnahme der Antibabypille sollten Frauen drei bis acht Wochen warten. 
  • Besser geeignet sind Gestagenprodukte, aber auch das Kondom, Scheidenzäpfchen und die Spirale bieten umfassenden Schutz vor einer Schwangerschaft. In manchen Fällen verschreiben Gynäkologen aber auch die sogenannte „Minipille“. Sie enthält Gestagene, die keinen Einfluss auf die Muttermilch und das Baby haben. 

Keine 100-prozentige Sicherheit

  • Wenn die Regelblutung noch nicht wieder eingesetzt hat - diesen Zustand nennen die Mediziner Amenorrhöe - bietet die natürliche Still-Verhütung eine 98-prozentige Sicherheit. Diese kann sogar bis zu acht Monate nach der Entbindung anhalten. 
  • In Einzelfällen führt bereits das erste reife Ei zu einer erneuten Schwangerschaft. Frauen, die auf Nummer sicher gehen möchten, können die langsam zurückkehrende Fruchtbarkeit auf einer eigens angefertigten Tabelle verfolgen. 

LAM – natürliche Geburtenkontrolle

  • Die natürliche Stillverhütung ist unter dem Namen LAM (engl. Lactational Amenorrhea Method) bekannt. Sie bietet sich vor allem jenen Frauen an, die ihr Baby in den nächsten sechs Monaten überwiegend durch die Muttermilch ernähren möchten. 
  • Unterstützende Beikost sollte nur einen geringen Anteil von höchstens zehn Prozent einnehmen, um auch eine zuverlässige Verhütung zu gewährleisten. Zudem sollten die Stillabstände ab dem vierten Tag und in der Nacht sechs Stunden nicht überschreiten.