Verlieren lernen: Unsicherheit und Gefühle akzeptieren

Schmollt Ihr Kind oft, weil es beim Spielen verliert? Lassen Sie es die Wut zeigen. Denn nur so kann es seine Gefühle verarbeiten und das Verlieren lernen.


Ihr Kind schmollt, wirft Spielkarten durch die Luft oder reißt das Spielbrett vom Tisch? Das ist ganz normal. Kinder müssen ihrem Ärger Luft machen, lassen Sie die Wut also ruhig zu. Erklären Sie, dass das Gefühl in Ordnung ist und lassen Sie sich zeigen, wie sauer Ihr Kind ist. Nur so ist das Verlieren dann auch schnell wieder vergessen. Gründe für die Wut können zum Einen Unsicherheit sein, aber auch ein zu hohes Selbstwertgefühl kann den Wutanfall auslösen: Vielleicht kann es nicht damit umgehen, dass es einen Wunsch nicht erfüllt bekommt.

Verlieren lernen: Schlechte Gefühle verstehen
Für Kinder ist Verlieren nicht nur Pech, sondern nagt am Selbstwertgefühl. Schnell fühlt sich das Kind dann sehr verletzlich, schließlich hat es sich Mühe gegeben und dennoch nicht gewonnen. Das ist eigentlich ganz normal. Doch sind Kinder auch noch im Vorschulalter schlechte Verlierer oder müssen jedes Mal bestimmen, was gespielt wird, ist Vorsicht geboten. Oft ist das nämlich ein konkretes Zeichen dafür, dass Kinder für ihr Alter noch nicht selbstsicher genug sind. Eigentlich müssten Fünf- bis Sechsjährige nämlich bereits soweit mit sich zufrieden zu sein, dass es ihnen nicht schwerfallen sollte, ohne Wut im Bauch zu verlieren.

Dennoch weiterspielen
Spielen sollte man aber trotzdem. Dass Kinder Verlieren lernen müssen und zunächst nur schlechte Verlierer sind, ist nämlich ganz normal und hängt auch mit der Tagesform zusammen. Eventuell ist Ihr Kind auch frustriert, weil die Regeln zu kompliziert sind. Ändern Sie sie, wenn alle Mitspieler damit einverstanden sind.
Spielen Sie außerdem öfter Spiele, bei denen Siegen nicht das wichtigste ist, also zum Beispiel Bau-, Bewegungs- oder Rollenspiele. Bei solchen Spielen können Kinder nämlich ihr persönliches Selbstwertgefühl stärken. Bei vielen Brettspielen entsteht dagegen schnell ein harter Konkurrenzkampf, vielleicht hilft es, weniger oft aggressive Rauswurf-Spiele zu spielen.

Mit der Wut umgehen lernen
Es kann erleichtern, über die Spielfiguren, den Würfel oder die Karten zu schimpfen, machen Sie als Elternteil ruhig mit. Loben Sie faire Verlierer aber bitten Sie auch um Verständnis für eher schlechte Verlierer. Schließlich kann sich jeder in die Lage hineinversetzen. Denken Sie daran, dass sich Kinder an Ihnen ein Vorbild nehmen, seien Sie Ihrem Kind also ein gutes Beispiel. Falsch wäre es, das Kind gewinnen zu lassen. Motivieren Sie stattdessen Ihr Kind, sodass es lernt, dass Verlieren zum Spielen dazugehört, und es darum geht, nicht aufzugeben. Ihr Kind wird verstehen, dass man durch Erfahrung immer besser im Spielen wird.