Der Fachbegriff dieser Volkskrankheit lautet Obstipation und beschreibt eine weitverbreitete Krankheitsgeschichte mit vielen möglichen Ursachen. Jeder fünfte Deutsche ist betroffen. Von einer Verstopfung spricht der Arzt bei weniger als dreimal pro Woche Stuhlgang. Auch ist der Kot zudem sehr hart und kann nur durch starkes Pressen meist unter Schmerzen gelöst werden kann.
Verstopfung Ursachen
Eine Ursache besteht in einer Funktionsstörung des Verdauungsapparates. Die Verdauung beginnt bereits im Mund, wird in der Speiseröhre und im Magen fortgesetzt. Portionsweise verlässt sie dort durch den Pylorus (lat. Pförtner) den Magen und gelangt schließlich, angedaut durch die Magensäure, in den Dünndarm. In den verschiedenen Darmabschnitten findet die eigentliche Verdauung statt, Nahrungsbestandteile werden in den Körper aufgenommen, Gifte und Schlacken in den Darm ausgeschieden. Mit den unverwertbaren Essensresten werden diese Abfallprodukte des Stoffwechsels über den ungefähr sechs Meter langen Darm ausgeschieden. Der gesamte Prozess dauert mehrere Stunden und der Transport innerhalb des Darms erfolgt durch die Peristaltik. Dabei handelt es sich um eine wellenförmige Muskelbewegung, die den Nahrungsbrei langsam in Richtung Darmausgang transportiert. Ist diese Peristaltik verlangsamt, wird es als Darmträgheit bezeichnet.
Falsche Ernährung und zu wenig Sport
Der Lebenswandel ist eine der häufigsten Ursachen für Verstopfung. Verantwortlich für die Erkrankung sind überwiegend Ernährungsfehler in Kombination mit Bewegungsmangel. Ausreichende Bewegung sorgt für eine gute Muskelarbeit und fördert somit die Darmbewegung. Schwer verdauliche Nahrung erfordert vom Darm Höchstleistungen, die zu einer Verlangsamung der Peristaltik führen können. Eine gute Verdauung wird durch Volumen begünstigt, dass durch die Aufnahme von Ballaststoffen vergrößert wird. Diese Stoffe sind unverdauliche Nahrungsbestandteile, die sich mit Wasser füllen und so die Volumenvergrößerung herbeiführen. Fett verlangsamt die Darmbewegung. Eine zentrale Bedeutung spielt auch die aufgenommene Flüssigkeitsmenge. Zum einen können sich die aufgenommenen Ballaststoffe optimal entfalten, zum anderen wird durch ausreichend Flüssigkeit der Nahrungsbrei schneller transportiert.
Die Psyche schlägt sich auf den Magen
Auch psychische Ursachen spielen eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Entstehung einer Verstopfung. Der Verdauungsapparat ist das einzige innere Organ, das direkt vom Gehirn gesteuert wird. Das vegetative Nervensystem übernimmt die Kontrolle der anderen Organe. Diese direkte Verbindung sorgt dafür, dass sich psychisches Ungleichgewicht häufig auf den Magen-Darm-Trakt auswirkt. Jeder kennt die Behauptung, etwas sei auf den Magen geschlagen. Kurzfristig können Verstopfungen nach Operationen auftreten, da die Nerven des Darms durch die Narkose ruhiggestellt werden und es eine unbestimmte Zeitspanne dauert, bis die Funktion komplett wieder hergestellt ist.
Krankheiten als Verstopfung Ursachen
Organische Ursachen lassen sich lediglich bei zehn bis 20 Prozent der Betroffenen feststellen. Die chronische Verstopfung kann ein Hinweis auf eine andere Krankheit darstellen, ist jedoch sehr unspezifisch. Viele schwere Krankheiten, wie Krebs oder Autoimmunerkrankungen sowie Infektionen können sich im Darm äußern. Auch ein Darmverschluss, der durch chronische Entzündungen hervorgerufen wird, kann sich dahinter verbergen. Einige schwere Erkrankungen haben die Verstopfung als Begleiterscheinung, als zusätzliches Krankheitsbild. Dazu gehört der Schlaganfall, wenn die für das Verdauungssystem zuständigen Gehirnregion beschädigt wurde. Auch Diabetes mellitus und Parkinson bewirken Verstopfungen.