Veruschka: Adlig und mysteriös

Veruschka war als Model eine wahre Ausnahmeerscheinung – mit trauriger Familiengeschichte. Sie gilt als das erste deutsche Supermodel.


Ihr Name verrät einiges über die Familiengeschichte Veruschkas. Vera Gottliebe Anna Gräfin von Lehndorff wurde 1939 im heutigen Kaliningrad in Ostpreußen geboren. Ihr Vater wurde 1944 hingerichtet, er war beteiligt am Attentatsversuch auf Hitler am 20. Juli. Nach dem Krieg wuchs Veruschka mit ihren drei Schwestern und ihrer Mutter in Flüchtlingslagern und bei Verwandten auf.

Die mysteriöse Schönheit

  • Sie begann ein Design-Studium, brach es aber nach zwei Jahren ab und ging stattdessen nach Italien, um zu malen. Dort wurde sie als Fotomodell entdeckt. Eileen Ford, Inhaberin der renommierten Ford-Modelagentur, nahm sie unter Vertrag, obwohl so große Models wie sie – Veruschka ist 1,83 groß – in Paris wenig gefragt waren.
  • Zuerst verlief ihre Karriere recht schleppend. In New York bekam sie als Vera Lehndorff keine Aufträge. Deswegen erfand sie sich komplett neu und gab sich den russischen Namen Veruschka und schuf eine mysteriöse Aura – und das mit großem Erfolg. In ihrer erfolgreichsten Zeit verdiente sie 10.000 Dollar am Tag. Sie hat mit wirklich allen wichtigen Fotografen zusammengearbeitet: Richard Avedon, Helmut Newton, Irving Penn, David Bailey und Cecil Beaton haben sie alle abgelichtet. 

Die erotischste Szene der Fimgeschichte

  • Ihr Kultstatus verschaffte ihr gar eine Rolle im Kultfilm „Blow up“ von Antonioni. Ihr Auftritt ist nur fünf Minuten lang, sorgte damit allerdings für reichlichen Aufruhr. 
  • Dies passierte, obwohl sie sich für die Rolle nicht entblößen musste. Vor diesen Hintergrund wundert es, dass die Szene heute als eine der erotischsten der Filmgeschichte gilt.

Karriereende und Zweifel der Veruschka

  • 1975 beendete sie jedoch ihre Modelkarriere nach Streitereien mit der damaligen Vogue-Chefredakteurin Grace Mirabella, die ihren Look stark verändern wollte und sie zugänglicher stylen wollte. Grund dafür war die Möglichkeit, sich auch als Durchschnittsfrau mit Veruschka identifizieren zu können.
  • Diese fand es schwierig, ihren dünnen Modelkörper zu akzeptieren und schön zu finden, da sie sich noch zu gut an die Jahre des Hungers nach dem Krieg erinnern konnte. 1974 musste sie sich gar wegen einer Depression behandeln lassen. Seit ihrem Karriereende betätigt sie sich als Malerin und Fotografin und spielte in verschiedenen unbekannteren, europäischen Produktionen mit.