Verzicht auf Zugewinnausgleich - Kompromisse eingehen

Wenn die Ehe gescheitert ist, sieht der Gesetzgeber einen Verzicht auf Zugewinnausgleich nicht vor.


Das Zugewinnausgleichsrecht sorgt dafür, dass beide Partner bei der Vermögensaufteilung gerecht behandelt werden. Dennoch gilt im Falle einer Scheidung: Für den Laien sind die Regelungen nur schwer zu durchschauen. Ein Gespräch mit einem Anwalt ist unerlässlich. Ein Verzicht auf Zugewinnausgleich ist laut Gesetz nicht möglich.

Zugewinn in der Ehe ist eine Rechenformel

  • Der Zugewinn der beiden Partner während der Ehezeit unterliegt folgender Rechenformel: Endvermögen minus Anfangsvermögen jedes Partners ergibt den Zugewinn. Unter Anfangsvermögen versteht das Gesetz das Vermögen, das jeder Partner am Tage der Eheschließung vorweisen konnte.
  • Als Endvermögen ist die Differenz zwischen dem Vermögen zu Beginn und am Ende der Ehe definiert. Diese Differenz wird auf beide Partner zu gleichen Teilen verteilt. Ein Verzicht auf Zugewinnausgleich ist nur möglich, wenn die Eheleute den Status der Zugewinngemeinschaft während der Ehezeit einvernehmlich geändert haben.

Gesetzliche Regelungen umgehen - Kompromisse schließen

  • Viele scheidende Ehepaare beschließen, am Ende ihrer Ehe zu beiderseits tragbaren Kompromissen zu gelangen. Aber nicht alles, was nach Kompromiss aussieht, ist auch einer.
  • Das Paar besitzt je zur Hälfte ein Baugrundstück. Der Ehemann hat seiner Frau eine gewisse Summe zu zahlen. Statt der Barzahlung bietet er ihr an, ihr das komplette Grundstück zu übereignen. Was auf den ersten Blick nach einem vernünftigen Vorschlag aussieht, muss nicht wirklich einer sein. Vor der Entscheidung, ist für die Frau ein Gespräch mit dem Steuerberater fällig. Denn die Folge einer solche Überlassung können hohe Forderungen des Finanzamtes sein.

Verzicht auf Zugewinnausgleich durch Fairness und Kompromiss

  • Bei Trennungen werden Haushalt aufgelöst, die beide Partner mit Dingen gestaltet haben, die sie mit in die Ehe brachten und gemeinsamen Neuanschaffungen, die diese unterschiedlichen Ausstattungsgegenstände zu einem harmonischen Ganzen machten. Hier bietet sich eine Möglichkeit, einen offiziellen Verzicht auf Zugewinnausgleich zu umgehen.
  • Die Frau hat Anspruch auf 20.000 Euro Zugewinnausgleich. Im Laufe der Ehe hat das Paar aber um einige vom Ehemann mit in die Ehe gebrachte antike Möbel eine perfekte Zimmereinrichtung geschaffen. Im Wert kommt diese der zu zahlenden Summe nahe. Der Mann verzichtet auf die Möbel, die Frau erhält das komplette Zimmer.
  • Nicht immer gelingt eine Einigung so reibungslos. Gelegentlich verschleudert der zum Zahlen verurteilte Partner Geld oder verschenkt es. Das lässt der Gesetzgeber nicht zu. Das Geld wird dem Zugewinnanteil des betreffenden Partners zugerechnet. Er muss zahlen, auch wenn er das Geld ausgegeben hat. Und da beide Eheleute das Recht haben, den Betrag des Endvermögens des anderen zu erfahren, sind solche augenfälligen Aktionen wenig erfolgversprechend.