Vierziger Jahre: In der Mode wird es kurvig

Die vierziger Jahre waren ein bewegtes Jahrzehnt. Die Kriegsjahre waren geprägt durch Stoffknappheit. Doch ab 1945 wurde das Kriegsende gefeiert. Die Mode betonte weibliche Kurven und war klassisch schön.


In den Kriegsjahren war das Material knapp – auch Stoffe und Kleidung wurden rationiert. Doch insbesondere in den harten und entbehrungsreichen Zeiten des Weltkrieges wollten Frauen weiblich sein. Erfindungsreichtum war angesagt. Seiden- und Feinstrümpfe waren nicht zu bekommen, also wurden sie einfach auf das nackte Bein aufgemalt. Auch Nähkenntnisse waren nun unverzichtbar, damit man sich alte Kleidung umnähen konnte.

Gröbere Stoffe

  • In den vierziger Jahren wurden die Stoffe gröber und robuster, Kostüme, die an Militäruniformen erinnerten, kamen ebenfalls auf. Auch schmal geschnittene Kleider waren während der Kriegsjahre sehr beliebt, da sie vergleichsweise wenig Stoff verbrauchten. 
  • Der Nationalsozialismus hatte die Mode weiter vereinheitlicht, so verbreitete sich insbesondere die biedere Trachtenmode. Doch wurde in Paris auch weiterhin Haute Couture entworfen. 

Pflicht: Die Sanduhr-Figur

  • Wer sich für den Look der vierziger Jahre interessiert, kann sich an Stilvorbildern der Zeit orientieren. So stehen die Schauspielerinnen Lauren Bacall, Ginger Rogers, Rita Haywoth und Joan Crawford für den weiblichen Vierziger Jahre-Look. Am wichtigsten ist es hierbei, die Hüfte zu betonen, denn Kurven gehören zum authentischen Vierziger Jahre-Stil unbedingt dazu. 
  • Frauen durften noch richtige Frauen und keine knochigen Skelette sein. Aus diesem Grund steht die Mode der vierziger auch heute noch vielen Frauen. Kleine Pölsterchen schummelt sie einfach weg, während sie Dekolleté und Gesäß betont. 

Diors New Look

  • Nur zwei Jahre nach Kriegsende stellte Christian Dior in Paris seine erste Kollektion vor. Der „New Look“ ist kreiert und signalisiert.
  • Die Entbehrungen haben ein Ende, der Luxus ist zurück. Die Kleidung ist schmal geschnitten, Röcke reichen bis zur Wade und sind weitschwingend, die Taille ist eng. 

Peeptoes und Bullet Bra

  • Weiblich und elegant wollten die modeverrrückten Damen der Vierziger sein. Wer die Mode kopieren will: Für den Tag bietet sich ein Bleistiftrock an, also ein eng geschnittener, etwa knielanger Rock, dazu sieht ein enger Pullover oder eine Bluse gut aus. Das perfekte Schuhwerk wären Riemchenpumps. Wer es legerer mag: Die Peeptoes, also zehenfreie Pumps haben ebenfalls ihren Ursprung in den vierziger Jahren. Keine Wahl haben Sie bei den Strümpfen: Feinstrümpfe gehören zu jedem stilechten Outfit. 
  • Hosen aus der Zeit sind high-waisted, haben also einen hohen Bund. Wer besonders stilecht sein will, besorgt sich einen sogenannten „bullet bra“, also ein Büstenhalter, dessen Körbchen an Pistolenhülsen erinnern, da sie leicht spitz zulaufen. Abgerundet wird der Forties-Stil mit einer eleganten Hochsteckfrisur, knallrotem Lippenstift, dunkelrotem Nagellack und natürlich einer vornehmen Blässe. Das I-Tüpfelchen ist ein klassischer, schwerer Duft wie Chanel No. 5 ab.