Viktorianischen Kleider - das Mode-ABC

Hier finden Sie das kleine Mode-ABC für viktorianische Kleider, einer Moderichtung die von etwa 1870 bis 1899 in Britannien entstand.


Ausladende viktorianische Kleider wurden, wie der Name schon verrät, in Großbritannien während der Regierungsepoche Königin Viktorias getragen. Diese Viktorianische Modeära erstreckte sich von etwa 1870 bis 1899.
Die Hauptkennzeichen dieser Moderichtung sind Kleider aus kostbaren Stoffen, weite, bauschige, bodenlange Röcke, oftmals mit Schleppen, hochgeschlossene Kleider ohne Dekollete, langärmelige, Tunika ähnliche Oberteile unter denen sich enggeschnürte Korsetts befinden, sowie auffälligen Tournüren, die dem Gesäß eine wundervolle Betonung geben.

 

 

Viktorianische Mode in ihren Anfängen

  • Am Anfang dieser Modeepoche konnten viktorianische Kleider nicht genug mit Rüschen, Falten, Bändern, Perlen, Federn oder Blumen verziert sein. Die bauschigen Röcke wurden erstmals nicht mehr mit Hilfe von Gestellen, sondern mit Tournüren in Form gehalten.

 

  • Tournüre waren kissenartige Aufbaute, die am Gesäß unter den Röcken angebracht wurden. Die Röcke bauschten sich schon kurz unter der natürlichen Hüfte, so dass die Kleider den Damen einen recht kurzen Oberkörper zauberten.

 

  • Im weiteren Verlauf dieser Moderichtung verschwanden die starken Verzierungen an den Kleidern bis auf Kleinigkeiten am Rock, auch die Silhouette wurde eher zurückhaltend und schlank. Das Korsette wurde, um diese schlanke Linie zu unterstützen stark, bis zur Gesundheitsschädigung, geschnürt.

 

Die Entwicklung der Viktorianischen Mode in ihrer Blütezeit

  • Doch diese „enge“ Mode hielt sich nicht lange. Bald schon begannen sich viktorianische Kleider wieder zu bauschen. Aufwendige Drapierungen der Röcke ließen selbst einfache Stoffe sehr edel aussehen. Die Oberteile, noch immer eng geschnürt, schmiegten sich jetzt glatt an den Oberkörper der Dame an und wirkten so, als wären die Schnitte hierfür der Herrenmode entliehen.

 

  • Gegen Ende dieser Modeepoche, die um die Jahrhundertwende war, verschwanden die Rockunterbauten völlig. Man besann sich allmählich auf die natürliche Betonung der weiblichen Taille. Oft bestanden viktorianische Kleider jetzt aus Rock, Bluse und farblich dazupassender Jacke.

 

  • Die Röcke, allen unnötigen Zierrates entledigt, bekam wieder ihre Schleppe zurück. Blusen wurden im Rücken mit unzähligen kleinen Knöpfen verschlossen. Noch immer wurden stark geschnürte Korsetts getragen. Um hier den Busen gegenüber der schmalen Taille noch mehr zu betonen, wurden Einlagen getragen.

 

  • Unverzichtbar sind hoch auftürmende Hüte, zierliche Sonnenschirme und elegante kleine Handtäschchen.

 

Viktorianische Kleider in unserer heutigen Zeit

  • Bemerkenswert ist, dass viktorianische Kleider auch heute noch höchst modisch sind. Welche Braut sieht sich nicht selbst gern in einem üppigen, taillenbetonten Kleid dieser Zeitepoche? Auch die Gothic- und Gruftiszene hat diese Modeära für sich wiederentdeckt.

 

  • Natürlich werden die Kleider, unserem Zeitgeist entsprechend, nicht mehr so eng geschnürt, denn welche moderne Frau möchte heutzutage noch einem eleganten Ohnmachtsanfall erliegen?