Vitalität durch natürliche Bauchatmung

Wer entspannt ist und keinen Stress hat, wendet ganz natürlich die gesunde Bauchatmung an. Doch in den meisten Fällen muss diese erst trainiert werden. Wie das geht? Am besten im Liegen.


Die Menschen leben, wie sie atmen. Nichts bestimmt die Lebensqualität so sehr, wie die Art zu atmen. In der Regel ist die Atmung unwillkürlich, das heißt, keiner ist sich ihrer wirklich bewusst. Gesteuert wird sie vom Gehirn, das unsere jeweilige psychosomatische Situation interpretiert und entsprechende Anweisungen für Frequenz, Tiefe und Rhythmus unserer Atmung erteilt.

Wie sich unsere Atmung verändert

  • Bei akuter Angst stockt uns der Atem und wird arhythmisch, bei chronischer Angst wird er flach und hoch frequent. Negativer Stress bewirkt eine Atmung mit hoher Frequenz, geringer Tiefe und starken rhythmischen Schwankungen, während positiver Stress mit einer hohen Frequenz, mittleren Tiefe und einem harmonischen Rhythmus einhergeht.
  • Befindet man sich in einem entspannten Zustand, atmet man etwa fünf- bis siebenmal pro Minute tief und gleichmäßig in den Bauch ein und aus. Das nennt man natürliche Bauchatmung. Wenn Sie so atmen, sind Sie – je nach den Erfordernissen der Lage – funktional konzentriert oder ganzheitlich achtsam und dabei gleichzeitig entspannt, voller Energie und somit besonders leistungsfähig. 

Hindernisse der Bauchatmung

  • Das größte Hindernis bei der Anwendung der natürlichen Bauchatmung sind negative Rahmenbedingungen auf den Ebenen Körper, Geist und Seele. Dies hängt damit zusammen, dass unser Gesamtorganismus als Einheit der drei Ebenen stets bemüht ist, Unlust zu vermeiden. Da die natürliche Bauchatmung jedoch unweigerlich dazu führt, dass Sie Lust und Schmerz stärker wahrnehmen, das heißt intensiver fühlen, ordnet die Steuerungszentrale Gehirn automatisch eine flache Atmung (in Extremfällen sogar Brustatmung) an, wenn die Wahrnehmung schmerzhafter Gefühle und Empfindungen droht.
  • Der Organismus meint es in solchen Situationen also nur gut mit Ihnen, wenn er die natürliche Bauchatmung verhindert. Langfristig führt dieser Automatismus jedoch zu negativen Folgen auf allen drei Ebenen: die emotionale, geistige und sinnliche Bandbreite der Empfindungen wird zwangsläufig eingeschränkt. Indem Sie sich vor drohendem Schmerz schützen wollen, schotten Sie sich gleichzeitig gegen mögliche natürliche Lustempfindungen ab. Das Leben wird zunehmend fader und künstlicher: Sie erleben einen Verlust an Vitalität. 

Bauchatmung trainieren

  • Wer sein Leben durch konsequente Anwendung der natürlichen Bauchatmung vitaler gestalten möchte, sollte daher eine Doppelstrategie fahren. Zum einen sollte diese beiden Fragen für sich klären: Welche Ängste lähmen meine Atmung? Und: Was kann ich tun, um diese Ängste zu beseitigen oder zu verringern?
  • Parallel dazu sollten täglich zehn Atemzüge nach der natürlichen Bauchatmung (am besten im Liegen) praktiziert werden. Ihr Organismus wird den dadurch gewonnenen Zuwachs an Vitalität registrieren und Ihre Atmung allmählich auf die natürliche Bauchatmung umstellen.