Vitalität durch natürliche Bauchatmung

Sind wir entspannt und haben keinen Stress, wenden wir ganz natürlich die gesunde Bauchatmung an. Doch die muss in den meisten Fällen muss diese erst trainiert werden.


Wir leben, wie wir atmen. Nichts bestimmt unsere Lebensqualität so sehr, wie unsere Art zu atmen. In der Regel ist unsere Atmung unwillkürlich, das heißt, wir sind uns ihrer nicht bewusst. Gesteuert wird sie vom Gehirn, das unsere jeweilige psychosomatische Situation interpretiert und entsprechende Anweisungen für Frequenz, Tiefe und Rhythmus unserer Atmung erteilt.

 

Wie sich unsere Atmung verändert
Bei akuter Angst stockt uns der Atem und wird arhythmisch, bei chronischer Angst wird er flach und hoch frequent. Negativer Stress bewirkt eine Atmung mit hoher Frequenz, geringer Tiefe und starken rhythmischen Schwankungen, während positiver Stress mit einer hohen Frequenz, mittleren Tiefe und einem harmonischen Rhythmus einhergeht.

Befinden wir uns in einem entspannten Zustand, dann atmen wir etwa fünf bis sieben Mal pro Minute tief und gleichmäßig in den Bauch ein und aus. Das nennt man natürliche Bauchatmung. Wenn wir so atmen, sind wir – je nach den Erfordernissen der Lage – funktional konzentriert oder ganzheitlich achtsam und dabei gleichzeitig entspannt, voller Energie und somit besonders leistungsfähig. 

Hindernisse der Bauchatmung
Das größte Hindernis bei der Anwendung der natürlichen Bauchatmung sind negative Rahmenbedingungen auf den Ebenen Körper, Geist und Seele. Dies hängt damit zusammen, dass unser Gesamtorganismus als Einheit der drei Ebenen stets bemüht ist, Unlust zu vermeiden. Da die natürliche Bauchatmung aber unweigerlich dazu führt, dass wir Lust und Schmerz stärker wahrnehmen, das heißt intensiver fühlen, ordnet die Steuerungszentrale Gehirn automatisch eine flache Atmung (in Extremfällen sogar Brustatmung) an, wenn die Wahrnehmung schmerzhafter Gefühle und Empfindungen droht.

Unser Organismus meint es in solchen Situationen also nur gut mit uns, wenn er die natürliche Bauchatmung verhindert. Langfristig führt dieser Automatismus aber zu negativen Folgen auf allen drei Ebenen: Unsere emotionale, geistige und sinnliche Bandbreite der Empfindungen wird zwangsläufig eingeschränkt. Indem wir uns vor drohendem Schmerz schützen wollen, schotten wir uns gleichzeitig gegen mögliche natürliche Lustempfindungen ab. Unser Leben wird zunehmend fader und künstlicher; wir erleben einen Verlust an Vitalität. 

Bauchatmung trainieren
Wer sein Leben durch konsequente Anwendung der natürlichen Bauchatmung vitaler gestalten möchte, sollte deshalb eine Doppelstrategie fahren. Zum einen müssten diese beiden Fragen geklärt werden: Welche Ängste lähmen meine Atmung? Was kann ich tun, um diese Ängste zu beseitigen oder wenigstens zu verringern? Parallel dazu sollten täglich zehn Atemzüge nach der natürlichen Bauchatmung (am besten im Liegen) praktiziert werden. Ihr Organismus wird den dadurch gewonnenen Zuwachs an Vitalität registrieren und Ihre Atmung allmählich auf die natürliche Bauchatmung umstellen.

 

Für die Inhalte dieses Artikels ist der Verfasser Andreas Tenzer verantwortlich.