Vitamin B1 ist das bekannteste unter den insgesamt sechs B-Vitaminen. Auch als Thiamin bekannt, ist es ein echter Turbo für die Nerven und wird unbedingt benötigt, damit unser Denken und unsere Nerven funktionieren können. Heutzutage ist allerdings die Versorgung mit B-Vitaminen recht dürftig, was auch auf schlechte Ernährungsgewohnheiten wie einseitiges Essen zurückzuführen ist.
Großer Energielieferant
Thiamin ist unverzichtbar für den Energiefluss in unserem Körper. Um Energie zu bekommen, brauchen unsere Zellen Glukose. Die wird aus Kohlenhydraten wie Zucker und Stärke hergestellt. An diesem Abbau-Prozess und der Gewinnung von Glukose ist das Vitamin B1, das Thiamin, beteiligt. Wenn also nicht genug davon vorhanden ist, stockt die Glukoseproduktion und unseren Zellen geht die Energie aus. Den meisten Körperzellen macht das nicht so viel aus, denn sie können zumindest vorübergehend auf andere Energiequellen zurückgreifen. Unsere Gehirnzellen allerdings funktionieren nur mit Glukose. Unsere Nerven liegen also blank, wenn kein oder zu wenig Thiamin im Körper vorhanden ist.
Wenn Mangel herrscht
Die Folgeerscheinungen bei akutem Vitamin-B1-Mangel sind leichte Kreislaufstörungen zu Anfang, die sich mit Kribbeln in Armen und Beinen äußern. Eingeschlafene Füße, schwache Beinmuskulatur und Lähmungserscheinungen treten dann im weiteren Verlauf ein. Die Unterversorgung mit dem Nervenvitamin geht dann so weit, dass letztendlich der Tod durch Herz-Kreislauf-Versagen eintritt. In vielen asiatischen Ländern leiden die Menschen an dieser Mangelerscheinung, die auch als Beri-Beri-Krankheit bezeichnet wird, da diese Menschen sich dort hauptsächlich von ungeschältem Reis ernähren, der kein Thiamin mehr enthält. Gerade in Südostasien sterben jährlich unzählige Menschen an Unterernährung und den damit einhergehenden Mangelerscheinungen. In wohlständigen Ländern treten meist nur leichte Mangelerscheinungen auf, die sich in zwei Symptomgruppen äußern. Entweder die betroffene Person leidet dann unter Störungen des Herz-Kreislauf-Systems wie Atemnot, Beklemmungsgefühlen und Herzklopfen oder zusätzlich an neurologischen Störungen wie Müdigkeit, Konzentrationsmangel, Depressionen und Angstzuständen.
Vollkorn, Vollkorn, Vollkorn!
Da Thiamin in fast allen Lebensmitteln vorkommt, ist es nicht schwer, sich entsprechend gut mit dem Vitamin zu ernähren. Allerdings ist es in den meisten Lebensmitteln nur in Spuren enthalten, weshalb schon darauf geachtet werden sollte, auch solche einzunehmen, die viel Thiamin enthalten.
Besonders reichhaltig an Vitamin B1 sind Vollkonprodukte. Auch in Schweinefleisch ist sehr viel Thiamin enthalten. Beim Gemüse sind Erbsen besonders zu empfehlen,wenn man seinen Nerven etwas Gutes tun möchte.
Allerdings ist das Vitamin B1 ein kleines Sensibelchen und verträgt große Temperaturen nicht gut, außerdem wird ein Großteil der Vitamine schon beim Waschen und Putzen zerstört. Lebensmittel, die einen großen Thiamingehalt haben sollten Sie deshalb am besten ganz schonend zubereiten.
Thiamin immer im Verhältnis rechnen
Einem erwachsenen Menschen werden am Tag 0,33 Milligramm Thiamin auf 1000 Kilokalorien empfohlen. Die benötigte Menge wird deshalb im Verhältnis gerechnet, da mehr Thiamin gebraucht wird, wenn mehr Kohlenhydrate vom Körper verwertet werden müssen. Leistungssportler, die einen höheren Energiebedarf haben, müssen dementsprechend mehr Thiamin zu sich nehmen.
Da Thiamin zu den wasserlöslichen Vitaminen gehört und deshalb, wie Vitamin C auch, nicht vom Körper in großen Mengen gespeichert werden kann, müssen Sie täglich darauf achten, Thiamin zu sich zu nehmen. Der Grundvorrat an Vitamin B1 im Körper beträgt lediglich 25 Milligramm.