Vitamin B12 - für immer wieder frisches Blut

Damit wir unser Leben lang neue Blutkörperchen ,,nachgeliefert\" bekommen, brauchen wir das Vitamin B12.


Menschen, die an einem akuten Vitamin-B12-Mangel leiden, sehen blass und blutleer aus. Tatsächlich starben bis zum Anfang unseres Jahrhunderts unzählige Menschen an dieser Blutarmut, die durch den Mangel des Vitamins B12 entstand. Erst in den zwanziger Jahren ist man der Krankheit auf die Schliche gekommen und Mitte der dreißiger Jahre entdeckten Wissenschaftler dann das Vitamin B12 und damit die Ursache für die grausame Krankheit namens “pernizöse Anämie”, die heute so leicht zu kurieren ist.

Für die Bildung neuer Zellen
Das Cobalamin, wie das Vitamin B12 auch genannt wird, ist an nicht vielen Reaktionen im Körper beteiligt, dafür aber an einigen um so wichtigeren. Ohne dieses Vitamin würden viele Basisreaktionen des Fett-, Kohlenhydrat- und Eiweißstoffwechsels nicht ablaufen. Diese Reaktionen sind jedoch sehr elementar für unser Existieren. Außerdem ist Vitamin B12 an der Produktion von roten Blutkörperchen beteiligt, welche im Knochenmark stattfindet.
Ohne Cobalamin wäre zusätzlich das Wachstum gestört, weshalb die ausreichende Versorgung mit dem Vitamin gerade für Kleinkinder und Heranwachsende besonders wichtig ist. Auch überall dort, wo Zellen immer wieder neu gebildet werden müssen wird Cobalamin gebraucht – zum Beispiel im Nervensystem, wo es an der Bildung von Nervengewebe beteiligt ist.

Tödlicher Vitamin B12-Mangel
Eine Unterversorgung mit dem Vitamin B12 stellen Mediziner unter dem Mikroskop fest, denn dann werden die schwerwiegenden Zellveränderungen sichtbar, die typisch für die zerstörerische Blutarmut sind – die klassische Vitamin-B12-Mangelkrankeit. Die Symptome sind eine blaßgelbe Hautfarbe, extreme Müdigkeit, Kribbeln der Extremitäten und eine entzündete Zunge. Wird der Mangel nicht entdeckt, so treten bald Lähmungserscheinungen und schließlich der Tod ein.
Die Ursachen für einen schweren Mangel an Cobalamin liegen jedoch nicht in einer falschen Ernährung, sondern in Verdauungsstörungen wie chronischer Gastritis oder Entzündungen der Magenschleimhaut. Dann kann das Vitamin B12 aus dem Darm nicht mehr aufgenommen werden, denn das Cobolamin gelangt ausschließlich über einen speziellen Transportmechanismus, der dort ansetzt, in den Organismus.

Bakterien produzieren Vitamin B12
Für die Deckung des Tagesbedarfs an Cobalamin sind Bakterien verantwortlich, denn nur die können das Vitamin produzieren. Allerdings ist es noch immer fraglich, ob die körpereigenen Darmbakterien auch Cobalamin an den Körper abgeben. Es wird vermutet, dass dies der Fall ist, aber die Menge des körpereigenen Cobalamins hingegen zu gering, um damit auszukommen.
Aber auch Produkte wie Fisch, Fleisch, Milch und Innereien – tierische Lebensmittel generell – haben einen hohen Cobolamin-Gehalt. Bier und Sauerkraut hingegen haben einen sehr geringen Gehalt an Vitamin B12.

Schon die Milch machts!
Über einen Cobolamin-Mangel dürfte man sich heutzutage als gesunder Mensch keine Gedanken mehr machen, denn dem Körper reicht eine tägliche Zufuhr von drei Mikrogramm vollkommen aus. Wer sich ausgewogen und abwechslungsreich ernährt, dürfte einen Überschuss an Vitamin B12 tagtäglich zu sich nehmen. Verluste, die durch das Braten und Kochen der Lebensmittel entstehen, fallen daher kaum auf. Bereits ein Viertel Liter Milch am Tag, zwei Eier oder 50 Gramm Hering genügen, um Mangelerscheinungen lange vorzubeugen. Auch, wenn es sich hier um ein wasserlösliches Vitamin handelt, kann die Leber zwei bis fünf Gramm Cobalamin speichern. Das reicht für 1000 Tage ohne Vitamin B12.