Vitamin-C-Bedarf - Von Skorbut und Vitaminüberschuss

Der Mensch hat einen hohen Viamin-C-Bedarf. Wer zu wenig Vitamin C zu sich nimmt ist schlapp und unausgeglichen. Allerdings kann es auch zu viel schlimmeren Mangelerscheinungen kommen.


Schon im Zweiten Jahrtausend vor Christus kannte man die bekannteste Mangelerscheinung von Vitamin C – Skorbut. Damals starben Seefahrer, Krieger und Entdecker bei langer Zeit auf See einen leidigen Tod, denn durch die einseitige Ernährung ohne frisches Obst und Gemüse war der Vitamin-C-Bedarf der Seefahrer nicht gedeckt. Auch heute sind schon die kleinsten Symptome Anzeichen für eine Unterversorgung. Frühe Anzeichen sind Müdigkeit, Reizbarkeit, erhöhtes Schlafbedürfnis, Gelenk- und Gliederschmerzen sowie verminderte Leistungsfähigkeit. Im späteren Stadium tritt Zahnfleischbluten und häufiger auch Blutungen an anderen Schleimhäuten auf, diese Symptome sind erste konkrete Anzeichen für Skorbut. Im weiteren Verlauf der Krankheit treten Gelenkveränderungen auf und bereits verheilte Wunden fangen wieder an zu bluten. Auch die Zähne fallen aus. Im Allgemeinen ist das Immunsystem bei akutem Skorbut stark angegriffen und die Gefahr liegt darin, schon an der kleinsten Erkältung zu sterben. Allerdings lässt sich mit einer Vitamin-C-Zufuhr von zehn Milligramm am Tag Skorbut vermeiden.

Vitamin C in Hülle und Fülle
Ausreichend Vitamin C zu sich zu nehmen, ist kein Ding der Unmöglichkeit. Ganz im Gegenteil, es sollte uns nicht schwer fallen, denn das Angebot der Hauptträger des Vitamins ist auf dem deutschen Markt groß – Obst und Gemüse sind saisonal immer zu erhalten. Gerade Südfrüchte und Beerenfrüchte glänzen durch einen sehr hohen Vitamin-C-Gehalt. Hier sind besonders schwarze Johannisbeeren zu empfehlen. Lediglich hundert Gramm liefern die zweieinhalbfache Menge des wertvollen Vitamins.
Was das Gemüse betrifft, liefert Rosenkohl, Blumenkohl, Paprika und Broccoli sehr viel Ascorbinsäure. Aber auch in Porree, Tomaten und Kartoffeln ist viel des gesunden Sauerstoff-Spediteurs zu finden.

Zu viel ist niemals zu viel
Wie schon erwähnt, wird nur so viel aufgenommen wie unser eh schon kleiner Vitamin-Speicher fassen kann. Das heißt, wenn Vitamin C zu viel im Körper vorhanden ist, wird nichts mehr vom Darm aufgenommen, sondern über die Niere ausgeschieden. Deshalb kann eine Überdosierung nicht schaden. Allerdings gibt es einige wenige Faktoren, die die Verfügbarkeit von Vitamin C einschränken. Es bestehen Berichte darüber, dass die Anti-Baby-Pille und bestimmte Medikamente, wie zum Beispiel Sulfonamide, die Vitamin-C-Verwertung einschränken.

Empfohlende Tagesmenge
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine tägliche Dosis von 75 Milligramm bei Jugendlichen und Erwachsenen, bei stillenden Müttern und schwangeren Frauen liegt der Vitamin-C-Bedarf bei mindestens 100 Milligramm.
Raucher, Schwangere, Stillende, Menschen mit Dauerstress und kränkelnde Menschen mit einem angeschlagenem Immunsystem müssen sich um eine besonders gute Versorgung mit Vitamin C bemühen. Auch in diese Risikogruppe fallen Menschen, die starken körperlichen Belastungen ausgesetzt sind.