Vitamin C hilft gegen Erkältung?

Die regelmäßige Einnahme von Vitamin C soll einer Erkältung wirkungsvoll vorbeugen, Doch nicht nur das, auch der (Zell-)Alterung soll Vita´min C vorbeugen.


Alles begann in den 1970-er Jahren, als Nobelpreisträger Linus Pauling die Menschen dazu aufforderte, täglich 1000 Milligramm Vitamin C einzunehmen, um einer Erkältung vorzubeugen. In Form praktischer Tabletten sollte jeder etwas für sein Immunsystem und seine Gesundheit tun. Pauling selbst nahm täglich sogar stolze 18 Gramm Vitamin C zu sich und wurde 93 Jahre alt.

Die Schönen und Reichen Hollywoods kennen und lieben Vitamin C – oder Ascorbinsäure, wie der chemische Name lautet – schon seit geraumer Zeit. Als Radikalfänger und Anti-Aging-Mittel wird es beworben und angepriesen. Pauling sprach dem Vitamin sogar eine zell- und krebsschützende Wirkung zu. Doch was ist tatsächlich dran an dem vermeintlichen Wundermittel?

Zumindest, was seine angeblichen erkältungsvorbeugenden Effekte angeht, herrscht endlich Klarheit. Im Jahre 2005 werteten australische und finnische Wissenschaftler mehr als 50 Studien aus und kamen zu dem Ergebnis, dass die langfristige Einnahme von Vitamin C nur einen kleinen Effekt bei einer Erkältung hat. Die vorbeugende Wirkung begrenzt sich sogar nur auf Menschen, die extrem physisch gefordert sind. So konnte bei Extremsportlern, etwa Marathonläufern oder Soldaten, eine leichte präventive Wirkung nachgewiesen werden.

Wenn eine Erkältung hingegen bereits ausgebrochen ist, ist die Wirkung noch geringer. Bei einer einmaligen Einnahme zeigte sich kein Effekt auf die Beschwerden, bei längerer Zufuhr konnten die Beschwerden bei Erwachsenen um acht Prozent, bei Kindern um 14 Prozent gelindert werden.

Dennoch, Experten raten, es mit der zusätzlichen Zufuhr von Vitamin C nicht zu übertreiben. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für gesunde, nicht rauchende Menschen eine tägliche Dosis von 100 Milligramm, Raucher, Schwangere, Stillende und Sportler sollten etwa 150 Milligramm täglich zu sich nehmen. Anstatt auf synthetisch hergestellte Nahrungsergänzungen zu vertrauen, sollten Gesundheitsbewusste auf das reichhaltige Angebot der Natur setzen. Zu den Obstsorten mit einem hohen Vitamin C-Gehalt zählen beispielsweise Sanddorn und Kiwi, bei den Gemüsen liegen Broccoli, Kohlrabi und Weißkohl ganz vorne mit dabei. Zu einem Vitaminmangel kommt es in unseren Breiten höchst selten, eine Überdosis hingegen kann schnell erreicht werden, wenn Nahrungsergänzungen regelmäßig in hohen Dosierungen eingenommen werden. Wird mehr als ein Gramm Vitamin C täglich zugeführt, erhöht sich das Risiko, Harnsteine zu entwickeln. Da überschüssiges Vitamin C mit dem Urin ausgeschieden wird, werden auch mehr Harnsäure und Oxalate ausgeschieden.