Vitamin K - Das Katastrophen-Vitamin

Das Vitamin K lässt uns nicht verbluten, wenn wir uns aus Versehen schneiden sollten.


Der Alltag ist voller kleiner Gefahren, die auch leicht zu einer mittelgroßen Katastrophe heranwachsen können. Ein unvorsichtiger Handschlag und schon hat man sich übel in den Arm geschnitten, ist ausgerutscht und blutet durch eine Platzwunde am Kopf. Alles kein Grund zur Panik, denn zum Glück blutet der Mensch nicht endlos, sondern verfügt über eine ausreichende Blutgerinnung. Die ist aber nicht mehr gegeben, wenn zu wenig Vitamin K im Körper vorhanden ist. Dann würde ein kleiner Sturz schon zur großen Katastrophe werden und das Blut würde fließen und fließen.

Hauptaufgabe Blutgerinnung
Die Blutgerinnung ist Resultat vieler kleiner Vorgänge, an denen spezielle Faktoren beteiligt sind. Fällt nur einer dieser Faktoren aus, wird der ganze Vorgang beeinflusst und das Blut gerinnt nicht mehr. Jeder Mensch würde schon bei einer mittleren Verletzung verbluten. Ohne Vitamin K könnte schon einer dieser dringend benötigten Faktoren nicht mehr gebildet werden, weswegen wir dieses Vitamin brauchen wie die Luft zum Atmen. Zusammen mit dem Vitamin D schützt das Vitamin K vor Osteoporose.
Bei gesunden Erwachsenen besteht kaum die Gefahr eines Vitamin-K-Mangels, denn der tägliche Bedarf wird durch unsere Lebensmittel fast gänzlich gedeckt.

Wenn Vitamin K fehlt
Mangelerscheinungen können allerdings auftreten, wenn durch Medikamente in den Organismus des Menschen eingegriffen wird. Auch hier steht das empfindliche Gleichgewicht der Darmflora im Mittelpunkt, denn wenn dieses durch aggressive Antibiotika zerstört wurde, kann ein Vitamin-K-Mangel auftreten. Auch wenn durch Störungen der Fettverdauung kein Vitamin K aus der Nahrung gezogen werden kann oder wenn beispielsweise bei Thrombosepatienten, Medikamente zur Hinderung der Blutgerinnung gegeben werden, besteht eine Unterversorgung.
Mangelerscheinungen können dann häufiges Nasenbluten, Blutungen im Bereich der Geschlechtsorgane und schlecht abheilende Wunden sein, bei denen sich einfach keine Schorfbildung einstellen will.

Wo ist Vitamin K zu finden?
Hauptlieferant von Vitamin K1 ist grünes Blattgemüse. Das Vitamin K2 wird vom Körper selbst gebildet. Dieser Vorgang findet im Darm unter Beihilfe bestimmter Bakterien statt, zum anderen ist das Vitamin K2 Bestandteil vieler tierischer Lebensmittel wie Fleisch, Milch, Käse und Butter. Weil Vitamin K im allgemeinen in sehr vielen Lebensmitteln vorkommt, ist es für den Menschen nicht schwer, seinen Vitamin-K-Speicher aufzufüllen. Seinen Grundbedarf kann der Körper schon allein aus dem Dickdarm beziehen, denn dort sitzen zusätzliche Bakterien, die ein hochwirksames Vitamin K produzieren.

Risikogruppe Neugeborene
Bei neugeborenen Babys allerdings stellt sich seit jeher das Problem der Vitamin-K-Unterversorgung, denn im Mutterbauch kann durch die Plazenta nur sehr wenig Vitamin K aufgenommen werden. In den ersten Tagen nach der Geburt ist ein Kind daher sehr blutungsgefährdet. Mit Medikamenten kann dies aber rechtzeitig verhindert werden, sodass man in vielen Kinderkliniken schon dazu übergangen ist, den Neugeborenen direkt nach der Geburt Vitamin K zu spritzen.