Vollnarkose Zahnbehandlung: Nur für langwierige Eingriffe

Eine Vollnarkose Zahnbehandlung wird in der Regel nur bei langandauernden Kieferoperationen durchgeführt. Auf Wunsch kann aber jeder Patient eine Vollnarkose erhalten.


Eine Vollnarkose – auch eine solche beim Zahnarzt – muss immer unter Mitwirkung eines Narkosarztes (Anästhesisten) durchgeführt werden. Im zahnmedizinischen Bereich kann diese nötig oder gewünscht sein – die gesetzliche Krankenkasse zahlt lediglich für alle notwendigen Anästhesien. Dies bedeutet, dass zuvor ausgeschlossen worden ist, dass andere Möglichkeiten – beispielsweise eine örtliche Betäubung – denselben Zweck erfüllen. Dies kann bei Kindern der Fall sein, die eine dringende Behandlung in der Vergangenheit bereits verweigert haben. Auch bei geistig behinderten Patienten ist ein solches Vorgehen mitunter angezeigt. Eine weitere Zielgruppe einer Vollnarkose Zahnbehandlung sind Zahnarztphobiker, bei denen wichtige Arbeiten am Gebiss sonst ausbleiben würden. Bei schwierigeren oder lang andauernden Operationen – oft kieferchirurgischer Art – kann der behandelnde Arzt sich für die Notwendigkeit einer Vollanästhesie entscheiden. Grundsätzlich steht es jedem Patienten frei, zum Beispiel bei umfangreicheren Gebisssanierungen, die sich sonst über Monate hinziehen würden, eine Vollnarkose anzufordern und so auf eine Sitzung zu verkürzen. Diese muss er jedoch in diesem Fall in der Regel als Privatleistung abrechnen.
 

Vollnarkose Zahnbehandlung: Nicht ohne Risiko

Grundsätzlich hat sich die Anästhesie in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt und dafür gesorgt, dass die Narkosemittel kreislaufverträglicher geworden sind. Dennoch birgt eine solche Behandlung noch immer Restrisiken. Aus diesem Grund muss vor Beginn der Therapie eine Einverständniserklärung unterzeichnet werden. Von 100.000 Patienten ohne Kontraindikationen gegen eine solche Betäubung verstirbt jedes Jahr durchschnittlich einer. Oft sind Kreislaufkomplikationen die Ursache. Bei der Narkose werden verschiedene Funktionen des zentralen Nervensystems (ZNS) für den Zeitraum der Operation in ihrer Funktion gehemmt. Dies betrifft das Schmerzzentrum, das Bewusstsein, das Gedächtnis und die Muskulatur. Auch die Reflexe sind durch das Mittel behindert. Die Betäubung kann zum einen inhalativ über eine Atemmaske, zum anderen mittels einer Veneninjektion erreicht werden. Da der Patient durch die Lähmung des ZNS nicht mehr selbsttätig atmen kann, ist eine Intubierung – also das Einführen eines Beatmungsschlauches in die Luftwege – nötig, über die die Lungen mit Sauerstoff versorgt werden. Vor der Narkose darf der Patient seit mehr als 6 Stunden keine Nahrung zu sich genommen haben. Auch auf Flüssigkeiten ist in den letzten beiden Stunden vor der Behandlung zu verzichten. Andernfalls ist es möglich, dass der unter Betäubung Stehende an Speiseresten oder aufsteigender Magensäure erstickt.