Vollwertküche - Die möglichst naturnahe Ernährung

,,Lasst unsere Nahrung so natürlich wie möglich", sagte schon Werner Kollath und drückt damit den wichtigsten Leitsatz der Vollwertküche aus: Das Zurückgreifen auf möglichst naturbelassene Produkte, zum Wohle der Gesundheit und des Wohlbefindens.


Es klingt völlig logisch: Die Nahrungsmittel sind in ihrem natürlichen, weitgehend unverarbeiteten Zustand das Beste, was wir unserem Körper bieten können, um ihn optimal zu versorgen und gesund zu erhalten. Menschen, denen ihre Gesundheit und sowohl körperliches als auch geistiges Wohlbefinden am Herzen liegt, kommen um eine vollwertige Ernährung nicht herum. Doch der Ansatz der Vollwert-Ernährung geht über bloßes Kochen hinaus. Es soll ein Bewusstsein für sozialverträgliches und umweltschonendes Handeln entwickelt werden, was die Herstellung und Herkunft der Produkte anbetrifft. Zu der Vollwertküche gehört dementsprechend das Vermeiden von Verpackungsmüll oder das Bevorzugen regionaler und saisonaler Produkte.

Hochwertige pflanzliche Produkte

  • Man wird sich das Meiste logisch denken können. Natürlich gehört viel frisches Obst und Gemüse täglich auf den Speiseplan. Wichtig ist außerdem, dass mindestens ein Drittel davon in irgendeiner Form roh verzehrt wird. Was für viele Kochfans vielleicht erst einmal abschreckend klingt, ist gar nicht so schwer.
  • Es gibt Unmengen leckerer Salate, mit den verschiedensten Gemüse- und Obstsorten. Man muss sich nur an neue Rezepte herantrauen. Dazu sollten regelmäßig unterschiedliche Hülsenfrüchte, wie Bohnen, Erbsen, Linsen auf den Teller, da diese viel hochwertiges Eiweiß und Mineralien enthalten.

Milch, Ei und Fleisch

  • Bei Milch und Milchprodukten muss man sehr aufpassen, da der Großteil in den Supermärkten so weit verarbeitet ist, dass sie kaum noch relevante Nährwerte und Fette enthalten. Hier heißt es ebenfalls, auf möglichst Naturbelassenes zurückzugreifen: Statt ultrahocherhitzter, lediglich pasteurisierter Milch, lieber, wenn auch selten angeboten, Vorzugsmilch. Dafür wird die Rohmilch lediglich gefiltert und danach abgepackt, somit ist sie auch nur etwa zwei Tage haltbar. Das gleiche gilt für Milchprodukte.
  • Darüber hinaus ist es ratsam, so viele Süßigkeiten vom Speiseplan zu streichen wie möglich, da diese ohnehin eher „Nahrungsmüll“ sind. Bei Ei, Fleisch und Fisch heißt es, sich zurückzuhalten. Sie müssen nicht komplett zum Vegetarier werden, aber diese Produkte sollte eher selten auf den Tisch kommen, dann aber auch in hoher Bio-Qualität.

Vollkorn ist das A und O

  • Die vielleicht wichtigste Umstellung in der Vollwertküche ist die ausschließliche Verwendung von Vollkorn und Vollkornprodukten, sei es bei Reis, Mehl oder Mehlprodukten wie Nudeln. „Vollkorn“ bedeutet, dass das Korn nicht von seinen Randschichten, der Kleie, oder Keimlingen befreit wurde.
  • In diesen Randschichten steckt nämlich der Großteil der enthaltenen Ballaststoffe, Vitamine, Fette und Mineralien. Vollkorn ist dann als Schrot oder Mehl erhältlich, wobei das Vollkornmehl keine Typenzahl aufweist, wie es bei Weißmehl üblich ist. Ebenso kann man ganze Körner in Gerichten verarbeiten.

Süßen und Würzen in der Vollwertküche

  • Das Würzen erfolgt in der Vollwertküche überwiegend mit frischen Kräutern und nur mit wenig Salz. Man merkt schnell selber, dass man immer weniger Salz braucht, sobald man die Menge reduziert und einen feineren Geschmack entwickelt.
  • Ebenso steht es mit Süßen. Hierfür werden hochwertige Vielfachzucker, wie Honig, Ahornsirup oder süßes Obst verwendet. Industriezucker hat in der Vollwertküche nichts verloren, da er keinerlei Nährwert hat und ein gesundheitsschädigendes Suchtmittel ist.