Vom Lehren und Lernen- Lehramtsstudium und Studium der Pädagogik

Wer Menschen Wissen vermitteln und ihre Fähigkeiten fördern möchte, erwirbt im Lehramtsstudium oder im Studium der Pädagogik die nötige Qualifikation.


Wer sich gerne mit Kindern beschäftigt, sich gut auf andere Menschen einlassen kann oder anderen dabei helfen möchte, ihre Stärken zu entwickeln, könnte im Lehramtsstudium oder dem Studium der Pädagogik eine interessante Perspektive entdecken. Das Lehramtsstudium und das Pädagogikstudium haben viele Gemeinsamkeiten, sind aber doch verschieden. Wir geben eine erste Orientierung.

Zurück in die Schule- das Lehramtsstudium
Jeder angehende Lehrer muss in seinem Lehramtsstudium Kenntnisse aus Bereichen der Pädagogik erwerben, insbesondere der Schulpädagogik und der Fachdidaktik, welche den angehenden Lehrkräften bei der Wissensvermittlung und der Entwicklung von Unterrichtskonzepten helfen. Die Lehramtstudierenden können aber auch die Pädagogik selbst als Unterrichtsfach wählen. Dieses wird an einigen Gymnasien in der Oberstufe unterrichtet. Neben der pädagogisch-erzieherischen Komponente geht es im Lehramtsstudium vor allem um die Vermittlung fachlicher Inhalte. Die Studierenden können aus einer Vielzahl von Fächern wählen. Zu den klassischen Schulfächern Deutsch, Mathe und Englisch sind neue Fächer wie darstellendes Spiel, Gemeinschaftskunde oder Informatik hinzugekommen. Welche Fächerkombinationen wo möglich sind, wissen die Hochschulen und die zuständigen Schulbehörden. Lehrer unterrichten vor allem an staatlichen und privaten allgemeinbildenden Schulen, an Fachoberschulen und Berufsschulen sowie an Abendschulen.

Lebenslanges Lernen und Hilfe zur Selbsthilfe – das Pädagogikstudium
Die Erziehungswissenschaft oder Pädagogik erforscht die menschlichen Lernprozesse unter verschiedenen Bedingungen, in verschiedenen Umgebungen oder Lebensaltern. Außerdem entwickelt sie Anwendungskonzepte für pädagogische Maßnahmen und erforscht deren Wirksamkeit. Hierbei steht nicht nur das schulische Lernen im Mittelpunkt. Lernen wird als lebenslanger Prozess verstanden, der unterstützt werden soll, zum Beispiel um zur Vermeidung und Bewältigung von Krisen beizutragen. Daher finden sich Pädagogen häufig in Einrichtungen, die Menschen Hilfe und Unterstützung anbieten, in Jugendzentren, bei Ämtern und in Beratungseinrichtungen. Auch unterstützen oder ersetzen sie Lehrer in schulischen Bereichen, in denen das reguläre Lehramtsstudium den Bedürfnissen der Schüler nicht gerecht wird, wie zum Beispiel in integrativen Klassen, in denen geistig behinderte mit nicht-behinderten Schülern gemeinsam lernen, oder in Förderschulen.

Aufbau des Lehramt- und Pädagogikstudiums
Das Lehramtsstudium gliedert sich in das Lehramt für Grund- und Hauptschulen (Primarstufe), Lehramt für Haupt- und Realschulen (Sekundarstufe I), Lehramt für Gymnasien (Sekundarstufe II), Lehramt für Sonderpädagogik und das Gewerbelehramt. Nach Grund- und Hauptstudium (neuerdings auch Bachelor- und Masterstudiengang) legen die Studierenden das erste Staatsexamen ab. Danach beginnt mit dem Referendariat der praktische Teil der Ausbildung. Pädagogik wird in den meisten Fällen als Bachelor-Studiengang angeboten, dem ein Master-Studiengang folgen kann. Der ehemalige Diplomstudiengang Pädagogik wird kaum noch angeboten und soll bundesweit abgeschafft werden. Auch an Fachhochschulen werden verschiedene Studiengänge aus dem Bereich der Pädagogik angeboten.