Eine Private Krankenversicherung bietet viele Vorteile, birgt aber auch Nachteile für den Kunden
Im Unterschied zur gesetzlichen Krankenversicherung sind alle Mitglieder einer privaten Krankenversicherung freiwillig versichert.
Der Versicherte wird nicht von der Krankenkasse vertreten, sondern er tritt selbst als Vertragspartner der Behandelnden auf und ist deshalb auch völlig frei in der Wahl seiner Ärzte.
Jeder Versicherte muss durch die sogenannten Altersrücklagen für die Beitragsreduzierung im Alter selbst vorsorgen (Kapitaldeckungsverfahren)
Die gesetzlichen Krankenversicherung hingegen funktioniert - ähnlich dem Rentensystem - nach dem Umlageverfahren - die jüngere Generation bringt die Kosten für die ältere Generation auf.
Vorteile:
- Qualität der Leistungen anpassbar an die eigenen subjektiven Bedürfnisse
- Einzelzimmer, Chefarztbehandlung, die vollständige Übernahme von Zahnersatz - das sind nur einige der Leistungen, die je nach gewähltem Tarif von der privaten Krankenversicherung geleistet werden können (siehe "Leistungen"). Der höhere Komfort und die subjektive Gestaltungsfähigkeit der Leistungen ist sicherlich eines der Hauptargumente für die private Krankenversicherung. Die Absicherung erfolgt individuell nach den Vorstellungen des Versicherten.
- Kostenautonomie
- Jedem Versicherten in der privaten Krankenversicherung ist es freigestellt, welchen Umfang die gewünschten Leistungen annehmen sollen. Auf diese Weise ist es möglich, die entstehenden Kosten zu steuern und selbst Einfluss darauf zu nehmen, welche Höhe die Beiträge aufweisen sollen. Unter Umständen kann eine Selbstbeteiligung vereinbart werden, um die Kosten zu senken. Durch den Verzicht auf bestimmte Leistungen (wie zum Beispiel die bevorzugte Behandlung beim Arzt oder den Anspruch auf ein Einzelzimmer) können ähnliche Effekte erzielt werden.
- Beitragsrückzahlung bei Gesundheit
- In einigen Tarifen ist es möglich, eine Beitragsrückzahlung zu erhalten, wenn für einen bestimmten Zeitraum keine Leistungen durch den Versicherten in Anspruch genommen werden. Wenn ein Versicherter ein Jahr lang keine Kosten verursacht hat, können bis zu drei Monatsbeiträge zurückgezahlt werden. Bei einigen Versicherungsträgern werden Vorsorgeuntersuchungen dabei nicht berücksichtigt.
- Einsteigertarife für junge Versicherte
- Viele Unternehmen haben besonders für junge Versicherte spezielle Einsteigertarife im Programm, die im Vergleich zu den gesetzlichen Krankenkassen ähnliche oder gar bessere Leistungen (in Verbindung mit sehr günstigen Tarifen) bieten, um auch jungen Versicherten den Einstieg in die privaten Krankenversicherung zu ermöglichen.
Nachteile:
- Keine Familienversicherung möglich
- Kinder und erwerbslose Ehepartner können – im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung – grundsätzlich nicht beitragsfrei mitversichert werden. Für jedes Kind muss in einem solchen Fall eine eigene Versicherung abgeschlossen werden (siehe "Familienversicherung"). Für Versicherte mit großer Familie ist daher der Abschluss einer privaten Krankenversicherung weniger ratsam.
- Beiträge nicht an Einkommen gekoppelt
- Zeiten mit geringerem Verdienst, Zeiten der Krankheit oder Rentenzeiten werden von der privaten Krankenversicherung nicht berücksichtigt, da die Tarife einkommensunabhängig erhoben werden. Ein System, das ähnlich der gesetzlichen Krankenversicherung auf die tatsächlichen Einkommensverhältnisse des Versicherten eingeht, ist bei der privaten Krankenversicherung nicht vorgesehen. Für den Fall einer Zeit ohne Einkommen ist es oft sinnvoll, Krankentagegeld zu vereinbaren (siehe "Krankentagegeld").
- Beitragssteigerung im Alter
- Je älter ein Versicherter ist, umso weniger rechnet sich der Einstieg in ein privates Krankenkassenmodell, da die Beiträge mit zunehmendem Alter teilweise stark ansteigen (siehe "Kosten").
- Beitragszahlung während Krankheit
- Verlust der Altersrücklage bei Wechsel der privaten Krankenversicherung (siehe "Wechsel")
- Kein Wechsel zurück in die gesetzlichen Krankenversicherung (siehe "Anforderungen")