Es sind besorgniserregende Zahlen: Jährlich sterben mehr Menschen an den Auswirkungen einer Grippe als durch Verkehrsunfälle. Die Grippe stellt somit die Infektionskrankheit mit den meisten Toten dar. Doch viele Todesfälle könnten verhindert werden, wenn sich mehr Menschen gegen den Influenza-Virus immunisieren lassen würden. In 70 Prozent aller Fälle kann durch die Grippeschutzimpfung eine Infektion mit dem Grippe-Erreger verhindert werden.
Wer sollte sich impfen lassen?
Dabei gehört längst nicht jeder Mensch zu den gefährdeten Risikogruppen. Nach den Empfehlungen der ‚Ständigen Impfkommission’ am Robert Koch Institut (STIKO) sollten sich vor allem jene Menschen impfen lassen, die ein geschwächtes Immunsystem aufweisen oder unter einer chronischen Erkrankung leiden. Das sind:
Der richtige Zeitpunkt
Doch wann sollten sich Menschen, die zur Risikogruppe gehören, impfen lassen? Impfexperten sagen, dass die idealen Impf-Monate September, Oktober und November sind. Diese Herbstmonate stellen den optimalen Zeitpunkt dar, weil eine Grippewelle meist im kühlen und frostigen Winter beginnt. Doch wer denkt, sich einmal immunisieren zu lassen, reiche aus, irrt. Eine Grippeschutzimpfung muss jedes Jahr wiederholt werden, denn die Anzahl der Viren erhöht sich nicht nur, sie verändern sich auch, sodass sie vom Immunsystem nicht mehr erkannt werden.
Bereits 14 Tage nach der Impfung besteht ein 100-prozentiger Schutz, der zwischen sechs Monaten und einem Jahr anhält.
Gefährliche Nebenwirkungen?
Impfen ist nicht unumstritten. Viele Menschen lassen sich nicht impfen, weil sie Angst vor den Nebenwirkungen haben. Doch diese Befürchtungen sind ganz und gar unbegründet. Obwohl manche Menschen nach dem Impfen über Kopfschmerzen und leichtes Fieber klagen, sind die möglichen Risiken im Vergleich zum Nutzen doch verhältnismäßig gering. Manche Menschen bemerken nach der Spritze Hautausschläge oder asthmatische Anfälle. Diese Beschwerden sind meist auf eine allergische Reaktion zurückzuführen. Denn viele Impfstoffe werden auf der Grundlage von Hühnereiweiß hergestellt. Wer von einer solchen Überempfindlichkeit gegenüber diesem Stoff weiß, sollte von einer Grippeimpfung grundsätzlich absehen. Bisher gibt es für Allergiker leider keine alternativen Impfstoffe.
Kostenfrage – Muss ich selbst zahlen oder zahlt die Kasse?
Längst nicht mehr jede Kasse übernimmt die Kosten für eine Influenza-Impfung. Bevor Sie sich immunisieren lassen, sollten Sie sich bei Ihrer Kasse erkundigen, ob sie die Kosten übernimmt. Grundsätzlich zahlt die gesetzliche Krankenkasse, wenn Sie zu einer der Risikogruppen gehören, die jedes Jahr neu von dem Robert-Koch-Institut festgelegt werden. Aber auch, wenn Sie nicht zu den Risikogruppen gehören, stehen die Chancen gut, dass Sie die Impfung nicht selbst zahlen müssen, da viele Arbeitgeber die Auslagen für die Immunisierung übernehmen.
Wenn Sie zu den Menschen zählen, die für die Impfkosten selbst aufkommen müssen, sollten Sie sich nach sogenannten Generika erkundigen. Bei diesen handelt es sich um Substanzen, die genauso wirken, wie der übliche Impfstoff, aber wesentlich preisgünstiger sind. Die Kosten für eine Immunisierung liegen derzeit bei rund 23 Euro.