Während eines Praktikums dazulernen

Die erste Berufserfahrung sammelt man meistens während eines Praktikums. Das gilt auch für Hochschulabsolventen.


Heutzutage sprechen viele von der „Generation Praktikum“. Diese wird dadurch charakterisiert, dass sehr gut ausgebildete Hochschulabsolventen sich darauf einlassen, ihre Arbeitskraft für günstiges Geld – und manchmal sogar ohne jegliche Entlohnung – im Rahmen eines Praktikums anzubieten. Auf diese Weise hangeln sich qualifizierte Arbeiter von einem Praktikum zum nächsten, um die allseits verlangte Berufserfahrung für ihren Lebenslauf zusammen zu sammeln. Nicht wenige Firmen, vor allem in der Medienbranche, nutzen diesen Umstand aus, um für kurze Zeit und ohne Verpflichtungen an besonders motivierte Arbeitnehmer zu kommen. Doch es gibt auch Ausnahmen. Und die gilt es gerade für Geisteswissenschaftler in dem Dschungel der Stellenangebote zu finden.

Das richtige Praktikum
Bereits während des Studiums der Geisteswissenschaften gilt es, diverse Praktika zu absolvieren, um neben ausreichend Theorie auch die nötige Praxis kennenzulernen. Diese Praktika finden studienbegleitend statt und werden grundsätzlich von Dozenten der Hochschule betreut. Das Risiko, an ein nutzloses Praktikum zu kommen, bei dem man zum berühmten Kaffeekocher degradiert wird, ist so relativ gering. Hierbei geht es ausschließlich um das Erweitern von Berufserfahrung, man muss aber damit rechnen, dass dies in der Regel unentgeltlich erfolgt.
Anders sieht es nach dem Studium aus. Nicht alle, aber viele Firmen nutzen Hochschulabsolventen aus, um sie als scheinbare Praktikanten gratis arbeiten zu lassen. Darunter verstehen sich häufig leider auch Arbeiten wie Putzen oder Botendienste. Für solche Tätigkeiten sollte man sich als Absolvent in keinem Fall hergeben.
Aber es ist schwer, bereits aus der Stellenanzeige heraus zu erkennen, ob man bei der anschließenden Arbeit ausgebeutet wird. Hier gilt es, einige Fragen zu berücksichtigen, die einem spätestens beim Bewerbungsgespräch beantwortet werden sollten: Beschäftigt die Firma zum größten Teil Praktikanten? Ist die Dauer des Praktikums länger als ein halbes Jahr? Gibt es kaum oder keinerlei Vergütung für die geleistete Arbeit? Wenn auf alle drei Fragen ein „ja“ die Antwort ist, dann heißt es, lieber die Finger von der Stelle zu lassen!

Die Vorteile eines Praktikums
Auch wenn Praktika häufig einen negativen Beigeschmack haben, ihre grundsätzliche Idee ist gut. Für einen kurzen Zeitraum hat man nämlich die Möglichkeit, in den alltäglichen Ablauf des gewählten Berufsfeldes zu schnuppern. So kann man für sich persönlich erkennen, ob einem genau diese Arbeit liegt oder eben nicht. Zudem wird man nach der doch eher theoretischen Ausbildung an der Hochschule langsam ins Berufsleben eingeführt und nicht sofort ins kalte Wasser geworfen.
Alles in allem bieten sich Praktika zum Dazulernen an, man sollte aber immer darauf achten, sich selbst nicht unter Wert zu verkaufen und für seine Leistung entsprechend entlohnt zu werden. Damit ist nicht unbedingt ein materieller Lohn gemeint, sondern wertvolle Erfahrung, die einem auf dem Weg ins richtige Berufsleben hilft.