Waerlandkost - Lebensmittel in Reinform

Die Waerlandkost basiert auf der lactovegetabilen Ernährung. Sie legt sehr viel Wert auf rohes Gemüse und Vollkorn-Getreide.


Die sogenannte Waerlandkost geht auf den finnischen Heilpraktiker und Arzt Are Waerland zurück und ist eine Form der lactovegetabilen Ernährung. Waerland, der von 1876 bis 1955 lebte, entwickelte diese Ernährungsstrategie, um seine eigenen Beschwerden, unter denen er seit frühster Kindheit litt - Kopfschmerzen, chronische Magenschmerzen und Verstopfungen - zu kurieren. Dabei orientierte er sich an der Ernährung des pakistanischen Hunzukuc-Volkes, die sich streng vegetarisch ernähren. Diese Umstellung seiner eigenen Ernährung führte innerhalb von drei Jahren zum Verschwinden seiner Beschwerden.

 

 

Grundsätze der Waerlandernährung
Die natürliche Ernährungsweise nach Waerland, die sehr viel Wert auf rohes Gemüse und Vollkorn-Getreide legt, stellt eine Alternative zur allgemein gängigen Ernährung dar. Als vegetarische Ernährungsform lehnt sie Fleisch, Fisch und Eier strikt ab, lässt aber, im Gegensatz zur veganen Ernährung, Milchprodukte zu. Darüber hinaus wird auch auf verschiedene Gewürz- und Genussmittel verzichtet.

Ernährung auf Rohkost-Basis
Wesentlich für die Waerland’sche Praxis ist die Rohkost-Ernährung: Die Nahrungsmittel werden möglichst naturbelassen und roh verzehrt, denn beim Erhitzen verlieren die meisten Nahrungsmittel ihre Vitamine und Nährstoffe. Rohkost ist deshalb, laut Befürwortern dieser Ernährungsform, optimal geeignet, die Gesundheit zu stabilisieren und Prophylaxe zu leisten. Allerdings ist dabei zu beachten, dass sich nicht alle Lebensmittel, wie zum Beispiel Eier, für den rohen Verzehr eignen. Zudem führt eine reine Rohkosternährung schnell zu Mangelerscheinungen.

Gewisse Rohkostanteile in der Ernährung werden aber von Experten durchaus befürwortet, denn der hohe Anteil an Vitaminen, Mineral- und Faserstoffen hat eine nachweisbar positive Auswirkung auf Zähne, Zahnfleisch und die Darmflora.

Typische Speisen der Waerlandkost
Zentrale Rollen in der Ernährung nach Waerland spielen die Frischkost-Ernährung und ein spezieller Getreidebrei mit Namen "Kruska". Kruska ist ein Getreidegericht, das aus Weizen, Roggen, Gerste, Hafer und Hirse hergestellt wird, wobei von jeder Getreideart genau ein Esslöffel hinzugefügt wird. Nach dem Kochen muss er drei bis vier Stunden quellen und wird dann zum Mittag oder zum Abendbrot gegessen.

Eine besondere Verfahrensweise wird Kartoffeln zuteil: Sie werden nicht geschält, sondern gekocht und samt der Schale gegessen. Auch für das Kochwasser findet sich Verwendung: Es ist die Basis für das Frühstücksgetränk Excelsior und wird mit Leinsamen, Kleie und Mohrrüben zubereitet. Waerland empfiehlt einen halben Liter dieses Getränks am Morgen.

Ernährung im Rhythmus der Tageszeiten
Die Tageszeiten spielen bei der Waerlandkost überhaupt eine wichtige Rolle: Der Tag wird in Ausscheidungs- und Aufnahmephase des menschlichen Körperzyklus’ unterteilt. Die Ausscheidungsphase liegt zwischen vier und zwölf Uhr am Vormittag. Während dieser Zeit werden Schlacken und Nahrungsreste ausgeschieden, weshalb man während dessen nur Obst und Obstsaft zu sich nehmen sollte. Zwischen zwölf und 20 Uhr liegt dann die Aufnahmephase, in der man hauptsächlich Salat, Gemüse, Nüsse und Samen, sowie Kartoffeln essen soll. Zwischen diesen beiden Phasen liegt die Verwertung der aufgenommenen Nahrungsmittel während des Schlafes. Aus diesem Grund legt Waerland auch Wert auf frühes Zubettgehen und regelmäßigen Schlaf.