Warum sterben wir? Komplizierte Fragen kindgerecht erklärt

Es kann den Opa oder die Oma, ein geliebtes Haustier oder im schlimmsten Fall einen Elternteil treffen - wenn jemand stirbt, stellen Kinder automatisch die Frage: Warum sterben wir?


Irgendwann wird ein Kind unweigerlich mit dem Tod konfrontiert und die Eltern beziehungsweise die betreuenden Personen stehen vor der schwierigen Situation dem Kind erklären zu müssen, wo Oma, Opa, das Meerschweinchen oder gar die Eltern jetzt sind und weshalb der Verstorbene gehen musste. Die Frage "Warum sterben wir?" gehört zu den schwierigsten, die ein Kind stellen kann, da im Prinzip auch die Erwachsenen den Tod nicht vollständig erklären und in der akuten Situation nur schwer erfassen können.

Das Kind Ernst nehmen

  • Das Schlimmste, was man einem Kind antun kann, ist, seine Frage nicht Ernst zu nehmen und es mit Allgemeinplätzen abzuspeisen oder gar zu belügen. Ein Kind hat ein Anrecht auf Wahrheit, nur muss diese kindgerecht verpackt sein.
  • In keinem Fall darf einem Kind erzählt werden, Opa oder Mama seien nur weggegangen. Ebenso sollte ein verstorbenes Haustier nicht heimlich durch ein ähnlich aussehendes ersetzt werden. Kinder können und müssen lernen, mit dem Tod umzugehen.
  • Das Wichtigste ist, sich Zeit für das fragende Kind zu nehmen. Auch Liebe und Geborgenheit braucht es gerade dann, wenn ein Familienmitglied verstorben ist. Wenn Sie religiös leben und denken, sollten Sie in jedem Fall Ihre Religion hinzuziehen, um die Frage "Warum sterben wir?" zu beantworten.
  • Wenn Sie zum Beispiel Anhänger des christlichen Glaubens sind, ist es eine gute und kindgerechte Lösung, zu erklären, dass Gott jeden Menschen irgendwann einmal zu sich in den Himmel ruft. Den einen ruft er eher, den einen später, je nachdem, ob der Mensch auf der Erde noch eine Aufgabe zu erledigen hat oder nicht.

Auf Folgefragen vorbereitet sein

  • Wenn Ihr Kind aufmerksam ist und viel fragt, wird es auf eine Erklärung, wie eben genannt, vielleicht fragen, welche Aufgaben es selbst im Leben hat, oder warum Opa jetzt gehen musste, wo er doch die Aufgabe hatte, auf sein Enkelkind aufzupassen.
  • Hier gilt es ebenso liebevoll und zugewandt zu antworten, wie bei der Frage "Warum sterben wir?"! Erklären Sie, dass nur Gott weiß, welche Aufgabe das Leben für die einzelnen Menschen bereithält und dass Opa noch immer auf sein Enkelkind aufpasst und nun sein persönlicher Schutzengel ist.
  • Seien Sie weiterhin darauf vorbereitet, dass Ihr Kind sich zwar alle Erklärungen anhört, jedoch erkennt, dass Sie nur bedingt eine Antwort auf das Warum in der Frage "Warum sterben wir?" gegeben haben.
  • Es wird dann am Ende des Gesprächs noch einmal nachhaken und die Frage erneut stellen. Bleiben Sie trotz Ihrer eigenen Trauer auf jeden Fall geduldig.
  • Letztendlich ist in solch einer Situation auch gar nicht so sehr die Antwort auf die Frage "Warum sterben wir?" von Bedeutung, Ihr Kind braucht vor allem Ihre Liebe, Ihre Nähe und das Gefühl, dass es mit seiner Trauer nicht allein ist.