Was besagt der Baupreisindex?

Der Baupreisindex bringt die Preisentwicklung in einem bestimmten Zeitraum im Baugewerbe zum Ausdruck.


Neubau, Instandhaltung und Renovierung von Immobilien und Bauwerken sind oft sehr individuell geplant oder müssen örtlichen Vorgaben und Gegebenheiten angepasst werden. Es ist daher kaum möglich Preise zu vergleichen und Preissteigerungen auszumachen. Der Baupreisindex spiegelt durch eine Durchschnittsbildung der Kosten bestimmter Bauleistungen die Entwicklung des Preisniveaus in der Baubranche wider.

Berechnung des Index
Der Baupreisindex muss eine allgemeingültige Vergleichbarkeit der Preisentwicklung in der Baubranche für verschiedene Bauwerksarten über einen bestimmten Zeitraum abbilden. Hierunter fallen die Baukosten für Einfamilienhäuser, die Instandhaltungskosten für Mehrfamilienhäuser oder auch die Kosten für öffentliche Bauvorhaben wie Straßen und Brücken. Da sich die Gesamtkosten meist nicht vergleichen lassen, müssen die Bauvorhaben zur Indexbildung in die einzelnen Bauleistungen aufgeteilt werden, die nötig sind, um ein Objekt vollständig zu errichten. Hierunter fallen beispielsweise Bauleistungen wie die Erstellung von tragenden und nicht tragenden Wänden bei Maurerarbeiten oder bei Holzarbeiten. Ausgewählte Unternehmen melden in bestimmten Zeiträumen ihre vereinbarten Preise für die festgelegten Gewerke an die Statistischen Landesämter. Diese wiederum melden den daraus gebildeten Durchschnitt an das Statistische Bundesamt weiter. Die Aufgabe des Bundesamtes besteht nun darin, die einzelnen Durchschnitte anhand des Gesamtumsatzes der Länder zu gewichten und einen gewogenen Mittelwert zu berechnen.

Veröffentlichung und Aussagekraft des Index
Bei der Berechnung des Baupreisindex wird ausschließlich die Preisentwicklung in der Baubranche über einen bestimmten Zeitraum betrachtet. Besonderheiten und regionale Entwicklungen bleiben außen vor. Um für eine Region eine konkrete Aussage zu erhalten, müssen die besonderen Umstände wie Ab- oder Zuwanderung von Unternehmen, Änderung der Rohstoffpreise oder Subventionen berücksichtigt werden. Auch über die Qualität der einzelnen Bauleistungen kann der Baupreisindex keine Auskunft geben und hat daher nur eine eingeschränkte Aussagekraft zur Folge. Um Entscheidungen und Einschätzungen treffen zu können, muss der Index in Relation zu den herrschenden Umständen und Gegebenheiten gebracht werden. Insgesamt werden 186 ausgewählte Bauleistungen im Baupreisindex berücksichtigt. Etwa alle 5 Jahre werden die einzelnen Gewichtungen überprüft und veränderten Umständen angepasst. Die Preisangaben werden von den repräsentativen Unternehmen vierteljährlich gemeldet und ungefähr sechs Wochen nach Ende des letzten Erhebungsmonates in der Presse veröffentlicht. Beim Statistischen Bundesamt ist ein Veröffentlichungskalender zur allgemeinen Information hinterlegt.