Was ist ein Euro-Kredit?

Der Begriff Euro-Kredit deckt zwei Kreditvarianten ab. Zum einen bezeichnet er einen kurzfristigen Geldmarktkredit, zum anderen eine langfristige Kapitalbeschaffung.


Vor dem Hintergrund von Basel II wird es für Unternehmen oft schwierig, Liquiditätsengpässe durch langfristige Kredite zu überbrücken. Die Warenbeschaffung wird kritisch, und damit das Überleben des Unternehmens. Auf der anderen Seite benötigen Konzerne oft langfristige großvolumige Darlehen, die über Bankenkonsortien am Kapitalmarkt platziert werden.

Kurzfristige Liquiditätsbeschaffung über den Kontokorrentkredit hinaus
Der Euro-Kredit hat normalerweise eine Laufzeit von zwölf Monaten und zählt zu den alternativen Finanzierungsmodellen. Von einigen Banken auch als „Bargeldvorschuss“ bezeichnet, kann er, abhängig vom Institut, in einem Rahmen von 50.000 Euro oder mehr in Anspruch genommen werden. Da der Zinssatz bei einem Euro-Kredit in der Regel bis zu zwei Prozent unter dem des herkömmlichen Kontokorrentkredites liegt, setzt die Kreditvergabe eine gute Bonität bei dem Kreditnehmer voraus. Die Bonität ermittelt sich nach den Ratingvorgaben gemäß Basel II. Letzendlich sollte der Kreditnehmer aber in jedem Fall überprüfen, für welche Finanzierungslösung er sich entscheidet.

Der Euro-Kredit als Kapitalbeschaffung für Konzerne
Wenn ein Konzern Kapital benötigt, handelt es sich in der Regel um Millionen-Beträge. Diese können nicht von einer einzelnen Bank zur Verfügung gestellt werden. Aus diesem Grund finden sich Konsortien zusammen, die diesen Kredit begeben. Es handelt sich bei dieser Kreditform um eine Mischung aus Kredit und Kapitalanlage. Die unterschiedlichen Formen dieses Kredites sind ein Festsatz-Kredit, bei dem die Zinsfestschreibung über die gesamte Laufzeit bei einer einmaligen Auszahlung gilt. Die Laufzeiten können zehn bis 15 Jahre betragen. Bei einem Roll-Over Kredit werden die Zinsen nur für drei bis sechs Monate festgeschrieben, die finanzierenden Institute refinanzieren die in der Regel für ein Jahr ausgeliehenen Mittel zu einem Festzinssatz. Stand-by Kredite finden ihre Anwendung bei Firmenübernahmen, wenn Zeitpunkt und Kaufpreishöhe noch nicht feststehen. Es handelt sich dabei um eine Finanzierungszusage. Auf Grund der Volumina, die bei Euro-Krediten platziert werden, sind die Vertragsgestaltungen individuell mit eher geringen Margen für die finanzierenden Instituten. Diese versuchen, im Rahmen von Interbanken-Arbitragegeschäften, ihre Margen zu verbessern. Potentielle Konsorten sind unter anderem Versicherungen und Pensionsfonds. Vorteile für die beteiligten Institute in Deutschland ist, dass Euro-Kredite nicht dem KWG unterliegen.