Was ist ein Herzinfarkt (Myokardinfarkt)?

Durch die Verkalkung der Aterien wird das Herz nicht mehr genügend mit Blut und Sauerstoff versorgt. Verstopfen die Blutgefäße völlig, kommt es zu einem Herzinfarkt. Teile des Herzgewebes sterben ab.


Der Herzinfarkt – medizinisch auch Myokardinfarkt genannt – ist die Folge eines langsamen oder plötzlichen Verschlusses mehrerer oder eines der drei Herzkranzgefäße aufgrund einer Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Die Blutzufuhr zum Herzen wird dabei unterbrochen und infolge des Sauerstoffmangels entsteht ein nicht umkehrbarer Schaden des Herzmuskels. Denn wenn das Herz über mehrere Minuten nicht mit Sauerstoff versorgt wird, sterben Zellen des Herzmuskels ab. Ein solcher Notfall kann schwere Behinderungen zur Folge haben oder schlimmstenfalls tödlich enden. Schon allein die Verengung einer einzelnen Arterie kann einen Infarkt auslösen.

Arten eines Herzinfarktes
Bei der Diagnose wird zwischen einem Vorderwand-, Hinterwand- und Seitenwandinfarkt, sowie einem Scheidewandinfarkt (Septuminfarkt) und Kombinationsinfarkten unterschieden, je nachdem, welcher Teil des Muskelgewebes abstirbt. Von diesen sind die Vorderwand- und Scheidewandinfarkte die mit der schlechtesten Prognose. Treten Symptome eines Infarkts auf, müssen so schnell wie möglich Maßnahmen zur Behandlung ergriffen werden. Handelt es sich nämlich um einen Verschluss der Herzkranzgefäße, kann es zu dauerhaften Schäden des Herzens oder zu Behinderungen kommen. Stirbt ein großer Teil des Herzmuskels ab, kann ein Infarkt schnell zum Tod führen. So wird ein Großteil der Herzinfarkte in den westlichen Industriestaaten nicht überlebt und selbst in ärztlicher Behandlung sterben immer noch circa fünf Prozent der Betroffenen.

Verlauf eines Herzinfarktes
Bei einem Herzinfarkt bildet sich das abgestorbene Herzmuskelgewebe bindegewebsartig um, sodass eine Narbe entsteht. Dieses Gewebe ist unwiderruflich (irreparabel) zerstört. Es lässt sich mit keiner bekannten Therapie in gesundes – funktionstüchtiges – Gewebe umwandeln. Dieser Prozess der Umbildung läuft in drei Phasen ab.
Zu Beginn spricht man von einer frühen Unterversorgung des Herzmuskels. Nun erhalten die Zellen bereits weitaus weniger Energie, als sie für einen ordnungsgemäßen Ablauf benötigen würden. Daher können sie ihre Aufgabe nicht mehr richtig erfüllen – das Zusammenziehen des Herzens –, das der Beförderung von Blut dient. Folglich sinkt die Rate der Kontraktionen des Herzmuskels stetig. Im weiteren Verlauf – nun folgt die Phase des Zelluntergangs – sterben die Zellen ab, weil sie nicht mehr genügend Sauerstoff und Nährstoffe erhalten. Schließlich beginnt das Stadium der Vernarbung. Hierbei wird der abgestorbene Teil des Herzmuskels durch eine Narbe ersetzt. Die Muskelzellen beginnen schon zu einem recht frühen Zeitpunkt mit dem Umbau der Herzkammer. An der Infarktstelle nimmt die Wanddicke des Herzmuskels ab. Daraufhin weitet sich die gesamte Herzkammer aus. Mit zunehmendem Absterben weiterer Muskelzellen steigt die Spannung der Gefäßwände, das Volumen der Herzkammer nimmt zu. Gleichzeitig steigt der Sauerstoffverbrauch des Herzmuskelgewebes, das noch intakt ist, an. Nach etwa 15 bis 30 Minuten beginnt der Herzmuskel von innen nach außen hin abzusterben.