Eine normale Erkältung wird auch „grippaler Infekt“ genannt. Diese Bezeichnung führt allerdings häufig zu Missverständnissen, denn mit einer Grippe hat diese Erkrankung nichts zu tun. Was ist eine Erkältung denn nun wirklich?
Erkältung für Dummies
Eine „normale“ Erkältung kann durch etwa 200 verschiedene Viren, von denen jedes einzelne stark ansteckend ist, ausgelöst werden. Da die Erreger derart vielfältig sind, ist es auch möglich, sich mehrmals hintereinander anzustecken. Besonders, wenn es draußen kalt und nass und drinnen warm und trocken ist, wird das Immunsystem auf eine harte Probe gestellt. Die Schleimhäute trocknen aus und können sich gegen Angreifer nicht mehr wehren. Die Folge: Erkältungsviren dringen in den Körper ein und vermehren sich dort explosionsartig. Beim „grippalen Infekt“ handelt es sich um eine akute Entzündung der oberen Luftwege. Wenn das Immunsystem nicht stark genug ist, haben neben den Viren auch Bakterien die Chance, in den Organismus einzudringen. Dann spricht der Mediziner von einer Superinfektion.
Eine Erkältung dauert im Durchschnitt eine Woche; etwa zwei- bis viermal ist jeder Mensch im Laufe eines Jahres davon betroffen. Kinder und ältere Menschen haben sogar noch öfter mit den Auswirkungen einer Erkrankung zu kämpfen, da ihr Immunsystem geschwächt ist.
Wie die Erkältung zu ihrem Namen kam
Die Bezeichnung der Infektionskrankheit als „Erkältung“ ist ein faszinierendes Phänomen, das sich nicht nur in der deutschen Sprache findet. Denn Kälte ist weder eine Ursache noch eine notwendige Bedingung für diese Erkrankung. Doch wie kommt es, dass die Kälte trotzdem im Namen steckt?
Eine mögliche Erklärung bietet die ‚Viersäftelehre’ des römischen Arztes Galen. Er ging davon aus, dass der menschliche Körper aus vier verschiedenen Körperflüssigkeiten besteht. Neben dem Blut und dem Schleim findet man auch Galle, jeweils in schwarzer und gelber Ausführung vor. Diesen vier Säften sind jeweils Temperaturen zugeordnet.
Die Bezeichnung „Erkältung“ kann auch auf die Qualität „kalt“ zurückgeführt werden.
Viele Menschen glauben unbeirrt weiter an die Theorie, dass Kälte und Erkältung unmittelbar zusammenhängen. Doch Kälte ist nur indirekt eine Ursache für eine Erkältung. Wie sonst ist es zu erklären, dass auch in tropischen Regionen Menschen an dieser Erkrankung leiden? Eines der ersten Symptome für eine Infektion ist ein leichtes Frösteln. Dieses Kältegefühl stellt die Immunantwort auf die eingedrungenen Erreger dar. Wenn Keime in den Organismus gelangt sind, setzt das Abwehrsystem bestimmte Botenstoffe frei. Diese veranlassen eine Wärmeregulierung im Hypothalamus, die Körpertemperatur steigt an. Es kommt zu einem gestörten Temperaturempfinden.