Schmerzweiterleitung
Schmerz ist ein Warnsignal unseres Körpers. Durch ihn wird angezeigt, dass etwas nicht stimmt. Er wird durch Verletzungen des Gewebes, Temperaturabweichungen und chemische Prozesse ausgelöst.
Die Signale, die zum Beispiel melden, dass ein Muskel übersäuert oder ein Finger verletzt ist, werden von bestimmten freien Nervenenden (Schmerzrezeptoren) übermittelt. Sie senden einen elektrischen Impuls die Nervenbahnen entlang, die durch das Rückenmark ins Gehirn führen. Dort wird dieses Signal in verschiedenen Regionen bearbeitet und ausgewertet. Erst hier wird der Impuls zum Schmerz. Wenn wir uns auf ihn konzentrieren, wird das Gehirnareal aktiver und der Schmerz wird stärker, daher sollte man versuchen sich von dem Schmerz abzulenken, sodass andere Areale im Gehirn aktiviert werden.
Das Schmerzgedächtnis
Das Gehirn lernt, dass eine bestimmte Körperregion oder eine bestimmte Bewegung den Schmerz verursacht und speichert diese Information ab. Hält der Schmerz länger an, ist zu beobachten, dass das Gehirn an der Stelle des Speicherorts immer größer und dicker wird. Es legt die Information ab, indem es immer mehr Synapsen (Verbindungen zwischen Nervenzellen) an der Stelle für Schmerzempfinden ausbildet. Je mehr Synapsen gebildet werden, desto stärker empfinden wir Schmerzen. Bei sehr lang anhaltenden Schmerzen entsteht ein Schmerzgedächtnis, sodass wir sogar, nachdem die Ursache des Schmerzes behoben worden ist, den Schmerz empfinden. Das Gehirn erinnert sich permanent an das Leiden und dies tut uns weh. Dauern die Schmerzen länger als drei bis sechs Monate an, spricht man von chronischen Schmerzen. Um dies zu verhindern, sollte man frühzeitig Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure oder Paracetamol einnehmen, um die Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses zu verhindern.
Technische Errungenschaften
Seit bildgebende Verfahren, wie das Röntgen oder die Computertomografie (CT), können uns die Entstehung und die Schmerzursache vor Augen führen, leiden die Menschen länger und intensiver an den Schmerzen. Dies wurde durch wissenschaftliche Untersuchungen belegt. Wer seine defekte Bandscheibe sieht, der ist davon überzeugt, an Schmerzen leiden zu müssen, auch wenn dies eigentlich nicht der Fall ist. Ein gesunder Körper kann mit einer beeinträchtigten Bandscheibe oft schmerzfrei funktionieren. Das Unterbewusstsein nimmt allerdings an, dass es weh tun muss und vermittelt uns ein Schmerzgefühl.
Schmerz als Belohnung
Ein weiteres Phänomen ist der Belohnungseffekt. Mit Rückenschmerzen, so lernt das Gehirn, muss man nicht zur Arbeit gehen. Das veranlasst das Gehirn den Rückenschmerz mit positiven Empfindungen zu verknüpfen, was wiederum dazu führt, dass uns der Rücken öfter plagt. Dies geschieht unterbewusst. Die Betroffenen leiden tatsächlich und versuchen nicht bewusst ein paar Krankentage im Jahr herauszuschlagen.