Unsere Verdauung betrifft mehr als nur den Darm. Tatsächlich gliedert sich der komplette Vorgang der Nahrungsaufnahme, also die Zufuhr von Energie, in mehrere Stufen, an denen mehrere verschiedene Organe beteiligt sind, die außerdem alle differenzierte Aufgaben haben. Letztendlich geht es bei der Verdauung darum, die Nahrung in ihre Einzelteile zu zerlegen, wichtige Vitamine und andere Substanzen aus diesen herauszufiltern und dem Organismus zuzuführen. Stoffwechsel-Endprodukte, also Stoffe, die der Körper nicht braucht, die schädlich sind oder nicht verwertbar, werden dann wieder ausgeschieden. Im Grunde also geht es um eine chemische Vereinfachung von Nahrungsmitteln.
Ein langer Weg bis ganz nach unten
Diese beginnt schon ganz zu Anfang, nämlich im Mund, wenn die Nahrung über die Lippen und die Zunge in den Schlund gerät. Der Teil, der dann folgt, ist die Speiseröhre, auch ein Verdauungsorgan, auf das nicht verzichtet werden kann. Nach der Speiseröhre kommt der Magen, mit Abstand der weiteste Teil unseres Verdauungssystems, der dann in den langen Darmtrakt mündet. Doch was passiert im Magen genau?
Wie funktioniert der Magen?
Der Magen ist ein großer, beutelförmiger Behälter, der durch Muskelkontraktionen die Nahrungsmasse nach unten Richtung Darm bewegt. Aber natürlich hat der Magen auch noch andere Aufgaben als den bloßen Weitertransport, denn die dicke Magenschleimhaut an der Magenwand enthält den wichtigen und salzsäurehaltigen Magensaft, sowie viele Enzyme. Letztere sind Proteine, die chemische Vorgänge im Körper beschleunigen können. Auch im Magen wirken sie und bauen die Nahrung schon einmal ab und bereiten sie auf die weitere Reduktion im Darm vor. Der Magensaft hingegen kann durch seine desinfizierende Wirkung die Nahrung von Krankheitserregern befreien und diese ebenfalls weiter zersetzen, sodass am Ende von einem aufgenommenen Brötchen mit Belag beispielsweise nur noch ein weißer, dünner Nahrungsbrei übrig ist. Der kommt dann in kleinen Portionen eingeteilt weiter in den Darm.
Übrigens: Der zähe Schleim, der sich ebenfalls auf der Magenschleimhaut befindet, schützt den Magen davor, dass er sich nicht selbst verdaut!
Warum knurrt der Magen?
Wir kennen es alle, diese unangenehme Gefühl und das seltsame Geräusch, welches aus unserer Körpermitte kommt und allgemein als Knurren bezeichnet wird. Dass der Magen dieses animalische Geräusch von sich gibt, hat damit zu tun, dass die Magenwände eigentlich Muskeln sind, die bei der Verdauung von Nahrung reibende Bewegungen machen und damit Nahrung zerkleinert und weiter bewegt. Ist der Magen aber leer, so hört er nicht automatisch auf zu arbeiten und reibt deshalb seine Wände aneinander, was das altbekannte Geräusch erzeigt. Aber ein leerer Magen ist gleichzeitig ein Zeichen, dass wieder neue Nahrung nachgeliefert werden sollte.
Nach vier Stunden sollte Essen den Magen passiert haben
Der Magen umfasst circa 1,5 Liter Nahrung. Dass er leer ist und wieder gefüllt werden kann, merken wir am Magenknurren. Allerdings dauert das nicht immer die durchschnittlichen drei Stunden bis wieder etwas gegessen werden darf. Auch kommt es darauf an, was für Nahrung vorher zu sich genommen worden ist. Besonders schwere und fetthaltige Nahrung braucht um einiges länger, um durch den Magen in den Darm zu wandern, denn die Lipide verlangsamen die Produktion von Magensaft, was gleichzeitig den gesamten Vorgang entschleunigt.