Immer mehr Menschen klagen über Einschlafprobleme. Ein Phänomen mit steigender Tendenz. Therapeuten sprechen von Einschlafstörungen in der Regel dann, wenn ein Erwachsener über einen Zeitraum von mehr als 4 Wochen länger als 30 Minuten braucht um einzuschlafen.
Wie kommt es zu Einschlafproblemen?
Die Ursachen für Einschlafstörungen können durch äußere Störfaktoren zu erklären sein, etwa durch Lärm, das Schnarchen des Partners, eine uralte durchgelegene Matratze oder einen nahenden Wetterumschwung. Auch die Einnahme von Medikamenten, beispielsweise Grippemittel oder Appetitzügler, Aufputschmittel kommen als Ursache in Frage. Vielleicht ist der Grund das Zubettgehen zu einer bestimmten Uhrzeit ohne müde zu sein, Durchaus denkbar sind Einschlafprobleme auch als Vorbote depressiver Verstimmungen. In all diesen Fällen sind die Probleme leicht zu identifizieren und abzustellen. In der Regel sind die Gründe für Einschlafstörungen aber unbewältigte Probleme und Konflikte, Ereignisse, die stark belasten und Stress. Es ist ganz leicht, beim Zubettgehen das Licht auszuschalten, nicht aber die Gedanken, die uns kreisend und immer wiederkehrend den Schlaf rauben. Durch innere Unruhe und angespannte Nervosität kommt man nicht zur Ruhe.Oft sind Menschen sich ihrer Probleme gar nicht bewusst, sind beruflich chronisch überlastet. Finanzielle Probleme, Ärger am Arbeitsplatz oder in der Familie, Schulprobleme der Kinder sind die Ingredienzien für eine kurze Nachtruhe.
Was kann man gegen Einschlafprobleme tun?
Weil das Phänomen der Einschlafprobleme immer mehr um sich greift, reagiert die Pharmaindustrie mit Einschlafhilfen, teilweise auch auf pflanzlicher Basis. Die berühmten Baldrian-Tropfen kennen wir alle noch aus Kindertagen. Duftlampen, die ätherische Öle verströmen oder Kissen, die mit getrockneten Lavendelblüten gefüllt sind, versprechen Hilfe. Vielleicht ein Weg zu Ruhe und Entspannung, um endlich wie in Abrahams Schoss einschlafen zu können, die eigentlichen Ursachen aber nicht angehen. Eine Einschlafhilfe sind auch Entspannungsübungen, Muskelentspannung nach Jacobson, Entspannungsmusik, autogenes Training, Kurse für progressiven Stressabbau oder ein allabendlicher Spaziergang. Vielleicht liegen die Probleme aber auch so offen vor uns, dass wir sie nicht erkennen. Viele Menschen gehen beispielsweise ins Bett, um dort zu telefonieren, zu essen, zu schreiben oder gar zu arbeiten, weil es dort ja so gemütlich ist. Therapeuten gehen davon aus, dass unser Körper gelernt hat, unser Bett mit derart tätigkeitsfremden Handlungen zu assoziieren - und das völlig unbewusst. Da ist es kein Wunder, wenn sich eine gesunde Müdigkeit nicht einstellen will. In diesem Fall müssten wir, so die Theorie, unserem Körper erst wieder beibringen, im Bett müde zu sein und zu schlafen.