Was tun bei Eisenmangel?

Jeder Dritte ist betroffen – Eisenmangel erkennen, vorbeugen und beheben ist eine langwierige Aufgabe.


Etwa jeder dritte Bürger ist im Industriezeitalter von einer Mangelerscheinung betroffen. Dabei geht es nicht um fehlende körperliche Bewegung, wie man schnell vermutet, sondern um das Krankheitsbild „Eisenmangel“. Oft symptomlos und spät diagnostiziert, verbergen sich hinter dem Schlagwort „Sideropenie“, im Volksmund oft als „Blutarmut“ bezeichnet, vielerlei Nebenwirkungen: Kopfschmerzen, Müdigkeit, Leistungsabfall und Konzentrationsverlust zählen zu den bekannteren Begleiterscheinungen. Bei Kindern und Schwangeren sind sogar Entwicklungsstörungen möglich. Allgemein ist bei den betroffenen Personen eine Schwächung und Minderung der körperlichen Leistungsfähigkeit festzustellen. Was tun, wenn man von Eisenmangel betroffen ist oder mit ziemlicher Sicherheit zu einer gefährdeten Verbrauchergruppe gehört?

Eisenmangel vorbeugen

Den meisten Vegetariern und Veganern ist nicht bewusst, dass ihre Art der Ernährung einer gleichmäßigen Versorgung mit Eisen sehr abträglich ist. Durch den Wegfall tierischer Lebensmittel fehlt Fleisch als wichtige Eisenquelle zusätzlich, und muss kompensiert werden. Studien zeigen, dass die gleichzeitige Zufuhr von eisenhaltigen Nahrungsmitteln und Milchprodukten die Eisenresorption (Aufnahme des Eisengehaltes im Körper) deutlich verringert. Ein Vegetarier sollte also zur Erhaltung des täglichen Mindestbedarfes an Eisen bewusst seine Ernährung anpassen. Als resorptionshemmende Stoffe sind besonders Kaffee und schwarzer Tee bekannt, also sollten diese Getränke nicht parallel zu den Mahlzeiten eingenommen werden.

Vitamin C hilft
Ein ganz einfaches Hilfsmittel: Vitamin C zu den Mahlzeiten hinzufügen. Es ist erwiesen, dass der Körper bei Zufuhr von Vitamin C den Eisengehalt der Nahrungsmittel sehr schnell aufschließen kann. Das lässt sich durch Orangen- oder Apfelsaft, aber auch Fruchtzucker erreichen. Ältere Menschen, die weniger Hungergefühl verspüren, sollten zur Vorbeugung eisenhaltige Lebensmittel verstärkt verwenden. Über Lebensmitteltabellen lässt sich der Eisengehalt nachlesen, und persönliche Vorlieben bei der Auswahl von den empfohlenen Nahrungsmitteln wie Hülsenfrüchten und Fleischarten (bekannte Eisenträger) berücksichtigen. Schwangere Frauen wiederum sollten auf medikamentösem Wege ihren vorhersehbaren langfristig stark erhöhten Eisenbedarf ausgleichen, denn das ist auf dem Wege der Ernährung für den Körper nur schwer zu erreichen.

Eisenmangel als Krankheit und seine Behandlung
Eisenmangel nicht als Folge von unzureichender Ernährung, sondern als Krankheitsbild ist separat zu betrachten. Der klassische Eisenmangel tritt zum Beispiel bei einer intensiven und längeren Blutung auf. Zu den anderen Möglichkeiten eines massiveren Blutverlustes zählen bei Frauen eine sehr starke Menstruation oder aber bei Blutspendern das regelmäßige Spenden. Tritt der Eisenmangel plötzlich und gravierend auf, muss meist medikamentös behandelt werden. Der Organismus ist von alleine gar nicht in der Lage, eine größere Menge Eisen aus den Nahrungsmitteln zu resorbieren. Dabei bieten sich Eisentabletten oder im Extremfall Eiseninfusionen an. Durch diese Infusion kann somit das Auffüllen der Eisenspeicher sehr schnell erreicht werden, bei erhöhtem Bedarf muss sie sogar mehrfach erfolgen. Eisentabletten sind als einfachere Behandlungsmöglichkeit angezeigt, allerdings für viele Kranke eine schlechte Alternative. Ein Großteil des Eisengehaltes wird wieder ausgeschieden, und das ist belastend für den Stoffwechselvorgang. Verdauungsbeschwerden sind eine typische Begleiterscheinung einer Therapie mit eisenhaltigen Tabletten. Außerdem füllen sich die Eisenspeicher bei diesem Weg nur langsam wieder auf. Das bedeutet, die Einnahme der Tabletten muss über einen längeren Zeitraum erfolgen, und wenn dies nicht beschwerdefrei geschieht, ist eine Infusion die bevorzugte Lösung. Generell ist ein Eisenmangel, ob akut oder langsam über nicht adäquate Ernährungsgewohnheiten erfolgt, leider nur langsam und unbequem zu kompensieren.