Wer seine Wäsche wäscht, kann viel falsch machen. Neben einem ungeeigneten Waschmittel und einer zu hohen Dosierung trägt auch die eingestellte Waschtemperatur dazu bei, dass der Schmutz effektiv entfernt wird – oder eben nicht. Hinzu kommt, dass man mit dem richtigen Waschprogramm die Umwelt schont und den Geldbeutel entlastet.
Auf Pflegehinweise achten
Generell lohnt ein Blick auf die Pflegehinweise der Wäschestücke. Hier steht genau, welche Waschtemperatur das Textil verträgt. Allgemein gilt die Devise: lieber zu niedrig als zu hoch einstellen. Denn zu hohe Temperaturen vertragen die meisten Kleidungsstücke gar nicht gut: Sie verfärben sich, laufen ein oder geraten völlig aus der Form. Schauen Sie nach, aus welchem Material die Wäsche besteht, danach richtet sich auch die Waschtemperatur. Robuste Stoffe wie Baumwolle oder Mischfasern vertragen eine Kochwäsche, während Seide oder bestickte Unterwäsche – wenn überhaupt – nur im Schonwaschgang gereinigt werden sollte. Auch der Grad der Verschmutzung ist entscheidend. Sind die Sachen nur leicht dreckig, reichen 30 bis 40 Grad völlig aus.
Nachhaltig waschen
Kochwäsche belastet die Umwelt, denn durch die hohe Waschtemperatur wird mehr Strom zum Aufheizen des Wassers benötigt. Doch die Deutschen haben gelernt: Seit den siebziger Jahren konnte – durch kontinuierliche Aufklärung – der Energieverbrauch beim Waschen um die Hälfte gesenkt werden. Und dies kann gar nicht hoch eingeschätzt werden, wenn man sich einmal folgende Zahlen vor Augen führt. In deutschen Haushalten wird im Durchschnitt 260 Mal gewaschen.
Dabei werden:
60 Grad und mehr sind heutzutage auch eigentlich nicht mehr nötig. Denn abhängig vom Waschmittel genügen 30 bis 40 Grad. Es sind sogar Produkte auf dem Markt, die verdreckte Wäsche schon bei 20 Grad porentief reinigen sollen. Allerdings gehört hierzu auch eine Waschmaschine, die das entsprechende Programm aufweist. Wer öfter auf den Kochwaschgang verzichtet, entlastet die Umwelt und den Geldbeutel. So lassen sich im Jahr etwa 24 Euro sparen, wenn kontinuierlich mit 30 statt mit 60 Grad gewaschen wird.
Gefährlicher Schonwaschgang
Doch die Dauernutzung des Schongangs birgt auch Risiken, wie eine neue Studie des Robert-Koch- Instituts enthüllt. Demnach trägt dieses umweltbewusste Verhalten dazu bei, dass sich bestimmte Erreger verbreiten können. Wird die Waschmaschine längere Zeit gar nicht oder nur bei niedrigen Temperaturen genutzt, bildet sich ein Biofilm, eine dünne Schicht aus Mikroorganismen, die die ideale Brutstätte für eklige Keime und Bakterien sind. Durch das feuchtwarme Klima halten sich solche Erreger wie das Norovirus – unter anderem verantwortlich für Durchfallerkrankungen – hartnäckig und übertragen sich auch auf andere Wäschestücke. Nun gibt es zwei Möglichkeiten dieser Entwicklung vorzubeugen. Zum einen verringern bestimmte Waschmittel die Keimbelastung (bleichehaltige Vollwaschmittel), zum anderen sollte einmal die Woche der Kochwaschgang eingelegt werden. Experten empfehlen sogar, alles, was eng am Körper getragen wird, also Bett- und Unterwäsche, bei hohen Temperaturen zu waschen.