Wechseljahre: Beschwerden sind unterschiedlich

Für viele Frauen sind die Wechseljahre mit Beschwerden verbunden. Die bekanntesten sind Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen.


Denkt eine junge Frau an die Wechseljahre, so fallen ihr meist nur unschöne Begleiterscheinungen ein, sie haben häufig Angst vor diesem unumgehbaren Prozess. Die Beschwerden während der Wechseljahre sind nicht alle physiologisch erfassbar, jede Frau reagiert anders auf die Hormonumstellung. Interessant ist, dass die Symptome in den Wechseljahren gerade bei Frauen der westlichen Welt zu finden ist. Asiatinnen und Frauen aus einigen anderen Kulturkreisen klagen selten bis gar nicht über diese Phase, eher freuen sie sich auf das Ende der Menstruation und leiden sehr viel weniger an den damit verbundenen Symptomen. Da die biologischen Folgen der Wechseljahre bei jeder Frau spürbar sein müssten, scheinen die Auswirkungen der Wechseljahre auf die Frau auch gesellschaftlichen und kulturellen Hintergrund zu haben. Im westlichen Kulturkreis werden die Wechseljahre fälschlicherweise sehr oft wie eine Krankheit behandelt. Ärzte und Gynäkologen sprechen gern von einer Hormonmangelsituation, die unbedingt bekämpft werden muss.

Wechseljahre – kulturelle Unterschiede
Die Wechseljahre können für einige Frauen vorübergehend ein eher unangenehmer Lebensabschnitt werden. Häufig leidet die Frau unter dem Gefühl ab der Menopause nicht mehr attraktiv und leistungsfähig zu sein. Die Wechseljahre können regelrecht zu einer psychischen Zerreißprobe werden. Schweißausbrüche beispielsweise während einer Konferenz sind unangenehm, dazu kommt der Gedanke alt zu werden und langsam aber sicher zu „verkalken“. Die alternde Frau wird nicht mehr so angesehen in einer Zeit, in der es nur um Jugendlichkeit geht. Dass die Lebenserfahrung und gewonnene Weisheit ein äußerst positiver Effekt des Alterns ist, wird selten von den betroffenen Frauen wahrgenommen. Somit treten psychosomatische Erkrankungen vermehrt in unserem Kulturkreis auf. Im asiatischen Raum haben die Frauen in den Wechseljahren dagegen einen sehr hohen Stellenwert. Das Klimakterium gilt als Statusgewinn, man blickt zu den weisen Frauen auf, weswegen sie wahrscheinlich weniger unter Symptomen leiden. Hierzulande muss eine Frau sich aber auch nicht schämend zurückziehen, wenn sie in der Umbruchsituation angelangt ist. Das Wichtigste ist, dass sich Frauen ganz bewusst und auch offen mit der neuen Situation auseinandersetzen. Es gibt verschiedene Behandlungsmethoden, die Frau sollte darüber informiert sein und mit Hilfe einer guten gynäkologischen Beratung die passende Therapie für sich herausfinden. Neben gesellschaftlichen, kulturellen Gründen spielen besonders auch Konstitution, Persönlichkeit und die familiäre Situation der einzelnen Frau eine Rolle, die das Erleben der Wechseljahre immens beeinflussen.

Beschwerdekomplex der Wechseljahre
Unter dem klimakterischen Syndrom wird der Beschwerdekomplex zusammengefasst, der häufig in den Wechseljahren auftritt. So sind hier vor allem Beschwerden, wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche inbegriffen.

Prämenopause
Typische Beschwerden der Prämenopause sind ähnlich denen des prämenstruellen Syndroms. Dazu gehören beispielsweise erhöhte Reizbarkeit, Schmerzen in den Brüsten und Wetterfühligkeit. Zudem sind die Zyklen in dieser Phase meist wechselhaft. Auch die Dauer der Menstruationsblutung, sowie deren Intensität, variieren stark. Hitzewallungen, Migräne und Gewichtszunahme sind in der Prämenopause keine Seltenheit. Ein weiterer Effekt des wechselnden Hormonhaushaltes kann die Veränderung in kognitiven Leistungen sein, wie Konzentrationsschwierigkeiten und Vergesslichkeit.

Perimenopause
In der Perimenopause treten die meisten Beschwerden oft sehr geballt auf. Darunter fallen Schweißattacken, Nachtschweiß, Schlaflosigkeit, Herzrasen, Schwindelgefühle, depressive Verstimmungen, Gelenkbeschwerden, Wassereinlagerungen in Beinen und Füßen, trockene Schleimhäute und Blasenschwäche. Die Perimenopause ist die Phase in denen die körperlichen Veränderungen am deutlichsten zum Tragen kommen.


Postmenopause
In der Postmenopause werden einige Beschwerden, die in der Prämenopause auftreten können, weniger, während andere verstärkt auftreten. Hinzu kommen typische Symptome wie Antriebslosigkeit, Schlaflosigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Haarausfall, Falten, Kreislaufschwäche und Müdigkeit. Organische Veränderungen im Harn- und Geschlechtstrakt zeigen sich in Rückbildungen des Vaginalgewebes mit Trockenheit der Scheide. Nicht selten kann es auch zu Blasenschwäche und Harninkontinenz kommen. Trockene und müde Augen sind ebenfalls ein Symptom dieser Phase.