Wechseljahre: Hormontherapie kann Beschwerden lindern

Eine Hormontherapie kann viele Beschwerden der Wechseljahre mildern. Patientinnen sollte jedoch genau abwägen, denn noch ist diese Therapie umstritten.


Wechseljahre: Hormontherapie als Hilfe?
Die Hormontherapie mit Östrogenen und Gestagenen galt viele Jahrzehnte als die bestmögliche Methode Beschwerden der Wechseljahre zu lindern, sowie Osteoporose und Herz-Kreislauferkrankungen vorzubeugen. Durch eine Hormonersatztherapie können altersspezifische Krankheitssymptome ins höhere Alter verschoben werden. Kritiker sahen in dieser Methode schon immer eine Behandlung an gesunden Frauen mit Arzneimitteln, die selbst ein potenzielles Gesundheitsrisiko darstellen. Die Wechseljahre sind keine Krankheit, darüber hinaus zögert die Hormonbehandlung die Umstellung auf den neuen Hormonhaushalt nur heraus, so die Gegner der Methode. In der gynäkologischen Praxis sind Kombinationspräparate aus Östrogen und Gestagen die meist verschriebenen Präparate. Viele Frauen beklagen, dass sie die Hormone förmlich hinterher geschmissen kriegen, als Mittel aller Mittel. Mittlerweile steht die Hormontherapie kräftig in der Diskussion. Die Verschreibung von Hormonpräparaten ist bereits zurückgegangen. Grund dafür sind zum Beispiel zwei große Studien, die Woman´s Health Initiative (WHI, 2002) und Estragon/ Progestin Replacement Study (HERS, 1998). Diese Studien stellten nachweislich negative Effekte der Hormonsubstitution fest.
Ergebnisse der WHI- Studie zeigten, dass unter langjähriger Hormonzugabe – in Tablettenform – das Herzinfarktrisiko deutlich erhöht ist. Das Thrombose-, Schlaganfall- und Brustkrebsrisiko steigt ebenfalls. Das Risiko einer Altersdemenz scheint mit der Hormontherapie ebenfalls höher zu sein. Die Hormontherapie muss also heute differenzierter betrachtet werden.

Hormontherapie und Krebserkrankungen
Das Abschreckende an der oralen Hormontherapie ist das Risiko vor der Entwicklung hormonabhängiger Malignome. Dazu zählen vor allem Brustkrebs und Gebärmutterkörperkrebs. Studien zeigten, dass das Brustkrebsrisiko vor allem dann höher ist, wenn ein Östrogen-Gestagen-Komplex verabreicht wird. Bei der Verabreichung von nur östrogenhaltigen Präparaten wurden – bei einer Einnahme bis zu sieben Jahren – keine signifikanten Unterschiede zwischen dem Brustkrebserkrankungen zu placebokontrollierten Probandinnen beobachtet. Jedoch ist eine Tendenz zu der Annahme nachgewiesen worden. Bei der alleinigen Östrogentherapie erhöht sich die Ausprägung von Gebärmutterschleimhautkrebs (Endometriumkarzinomrisikos).