Weiterbildung zum Meister

Die Weiterbildung zum Meister bietet große Erfolgschancen für die weitere Zukunft, da ein Meistertitel mit einem großen Prestige verbunden ist.


Die Meisterprüfung ist die wohl klassischste Form der Weiterbildung. Handwerksberufe umfassen eine Vielzahl unterschiedlicher Berufsfelder. Auch heute ist die Abnahme der Meisterprüfung das alleinige Vorrecht der Handwerkskammer. Nach immer lauter werdender Kritik an der Institution des Handwerksmeisters in den letzten Jahren wurden die bis dato sehr restriktiven Bestimmungen zumindest für einige Berufsgruppen etwas gelockert. Es gibt aber immer noch eine Reihe von Vorteilen, die mit dem Meistertitel verknüpft sind.

Neben dem Prestige des Meistertitels, der im Kontakt mit Kunden oder Banken von Vorteil sein kann, ist dieser Abschluss in vielen Bereichen noch immer Voraussetzung für die Eröffnung eines eigenen Betriebes und die Ausbildung von Lehrlingen. Auch wenn zu erwarten ist, dass im Laufe der Zeit diese Privilegien (besonders zugunsten der sogenannten Altgesellen) immer mehr verschwinden werden, gibt es doch handfeste Gründe, die für den Abschluss einer Meisterprüfung sprechen.

Ein Meistervorbereitungskurs ist zwar keine zwingende Voraussetzung für die Anmeldung zur Meisterprüfung, aber dennoch eine äußerst sinnvolle Maßnahme. Denn im Zuge der Weiterbildung werden dem Gesellen neben der fachlichen Fortbildung auch Kenntnisse vermittelt, die für die Selbstständigkeit oder die Übernahme von Verantwortung in einem Angestelltenverhältnis unerlässlich sind. Diese Kompetenzen reichen von wirtschaftlichen Aspekten (Kalkulation, Abrechnung, Buchführung) über Fragen der Sicherheit der produzierten Gegenstände und pädagogischen Gesichtspunkten bis hin zu den rechtlichen Grundlagen, die im Arbeitsalltag von Belang sein können. Vermutlich nicht zuletzt durch die umfangreiche Schulung in diesen Bereichen sind Existenzgründungen von Handwerksmeistern statistisch gesehen häufiger erfolgreich als von ungeschulten Personen.

Ein Meistervorbereitungskurs sollte aber nur dann angetreten werden, wenn die Zulassung zur Prüfung vorliegt.
Voraussetzung für das Ablegen einer Meisterprüfung ist die bestandene Gesellenprüfung. Die bis vor einigen Jahren obligatorische Berufserfahrung ist nicht mehr nötig, die Weiterbildung zur Meisterprüfung kann also direkt im Anschluss an die Gesellenprüfung begonnen werden.

Jedem, der sich zum Absolvieren einer Meisterprüfung entschließt, sollte sich im Klaren darüber sein, dass auch diese Art der Weiterbildung sehr zeit- und kostenintensiv ist. In der Regel muss mit mehreren tausend Euro für Kurse und Prüfungen gerechnet werden. Vollzeitkurse nehmen in den meisten Fällen etwa drei Monate in Anspruch, die nebenberufliche Weiterbildung dauert in der Regel ein Jahr. Im Idealfall sollte ein Übernahmeangebot des Arbeitgebers nach Abschluss der Prüfung vorliegen, damit die finanziellen Einbußen schnell wieder aufgefangen werden können.

Handwerksgesellen, welche die Meisterprüfung anstreben, können durch das sogenannte Meister-BAföG gefördert werden.