Generell ist eine individuell ausgerichtete Therapie immer notwendig, es gibt nicht die eine Therapie zur Behandlung von Depressionen. Daher muss eine genaue diagnostische Differenzierung der Depression stattgefunden haben. Eine durch vielerlei Faktoren ausgelöste Erkrankung kann auch nur durch eine multidimensionale Therapie behandelt werden. Daher ist die Kombination von psychologischen und medikamentösen Behandlungsmaßnahmen sowie weiteren hilfreichen Methoden häufig sehr sinnvoll.
Kombinationstherapien
Oft ist es sinnvoll, verschiedene Therapieformen bei Depressionen zu verwenden, die sich gegenseitig unterstützen. So ist nachgewiesen, dass eine medikamentöse Therapie bei Jugendlichen mit schweren Depressionen die Erholung beschleunigt. Eine Gesprächstherapie dagegen hilft, dauerhaft das Selbstmordrisiko zu senken. Eine Kombination aus beiden Therapieformen führt zu einer noch schnelleren Wirksamkeit und Erholungsdauer. Der Wert der Gesprächstherapie erhöht hier vor allem die Sicherheit der Therapie.
Magnetstimulation
Die „repetitive transcranielle Magnetstimulation“ (RTMS) ist eine schonende Therapieform aus der Naturheilkunde. Die Theorie der Methode ist, dass magnetische Felder die Aktivität des Gehirns beeinflussen. Dazu wird mit einer Magnetspule an der Stirn des Patienten ein Magnetfeld erzeugt. Dieses Magnetfeld stimuliert die dahinter liegenden Gehirnareale und verbessert so die Aktivität der Gehirnzellen. Diese Methode hat sich wissenschaftlich als antidepressiv erwiesen.
Vagusnerv-Stimulation
Die Vagusnerv-Stimulation ist eigentlich eine Behandlungsmaßnahme bei Epilepsie, jedoch hat sie auch bei Depressionen positive Effekte erzielt. Unterhalb des Schlüsselbeins wird ein Stimulator eingesetzt. Über ein Kabel wird der Vagusnerv stimuliert, dieser Gehirnnerv befindet sich im Halsbereich. Er hat die Aufgabe, wichtige Gehirnfunktionen wie zum Beispiel den Herzschlag zu steuern. Durch diesen Nerv werden bei der Therapie Impulse an das Gehirn weitergeleitet und so zu mehr Aktivität stimuliert.
Schlafentzug – Wachtherapie
Schlafstörungen sind ein sehr häufiges Symptom bei Depressiven. Mit einem partiellen Schlafentzug kann paradoxerweise dagegen vorgegangen werden und weitere depressive Symptome gelindert werden. Eine Schlafentzugstherapie wird stationär durchgeführt. Sie findet ein bis zweimal in der Woche statt. Der Patient wird während der Nacht eine bestimmte Weile lang wach gehalten und auch tagsüber darf er nicht schlafen. Die Methode hat die beste Wirksamkeit, wenn der Schlafentzug nach Mitternacht durchgeführt wird. Diese Therapie muss ein paar Mal stattfinden und hat dann sehr gute Wirksamkeit. Nebenwirkungen hat diese Therapie keine.