Welche Pflanzkultur ist die richtige? Erde, Granulat und Co. im Vergleich

Anfänger in Sachen Zimmerpflanzen müssen sich mit vielen wichtigen Fragen auseinandersetzen. Zu den dringlichsten Anliegen gehört jedoch mit Sicherheit die Auswahl der Pflanzkultur, entscheidet sie doch darüber, ob die Zimmerpflanze gesund bleibt und lange für Freude sorgt.


Anfänger in Sachen Zimmerpflanzen müssen sich mit vielen wichtigen Fragen auseinandersetzen. Welche Sorten eignen sich für meine Wohnverhältnisse, welche Pflegemaßnahmen muss ich ergreifen oder wer kümmert sich um die Pflanzen, wenn der große Sommerurlaub ansteht? Zu den dringlichsten Anliegen gehört jedoch mit Sicherheit die Auswahl der Pflanzkultur, entscheidet sie doch darüber, ob die Zimmerpflanze gesund bleibt und lange für Freude sorgt. Es gibt grundsätzlich drei verschiedene Möglichkeiten: Blumenerde, Hydrokulturen oder eine Kombination aus beiden.

Der Klassiker: Blumenerde
Blumenerde ist zweifellos der Klassiker, der noch immer häufig Verwendung findet. Dabei handelt es sich um humusreiches Substrat, welches zumeist aus Torf, Kalk, Düngemitteln und verschiedenen Zusatzstoffen hergestellt wird. In vielen Fällen kommen auch Kompost, Holzfasern oder Borke zum Einsatz. Je nach Pflanzenort und Einsatzart hat der Kunde verschiedene Auswahlmöglichkeiten; so bietet der Handel beispielsweise Anzucht- oder Aussaaterden an.

Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile :

  • Für alle Pflanzen geeignet
  • Einfach anzuwenden
  • Preiswerter als andere Formen der Pflanzkultur
  • Ausgeglichener Nährstoffhaushalt

Nachteile :

  • Zimmerpflanzen müssen jährlich umgetopft werden
  • Erde anfälliger für Verunreinigungen und Bakterien (Schimmel)
  • Man muss öfter gießen

Für Anspruchsvolle: Hydrokultur
Die anorganische Alternative zur natürlichen Erde ist Hydrokultur, die auch als Granulat bezeichnet wird. Dies sind granulierte Tonkügelchen, die den natürlichen Lebensraum der Pflanze nachbilden sollen. Aus biologisch-geschichtlicher Sicht ist nämlich nicht Erde der natürliche Boden, sondern Lavagestein.

In Verbindung mit Hydrokultur ist auch der Wasserstandsanzeiger wichtig, mithilfe einer Minimum-, Optimum- und Maximummarkierung gestaltet er die optimale Wasserzufuhr recht einfach.

Die Umstellung von Erde auf Granulat ist in der Regel schwierig und nur bei jungen Pflanzen erfolgreich. Auch der umgekehrte Weg gestaltet sich häufig problematisch. Denn Pflanzen, die in einer Hydrokultur wachsen, bilden sogenannte „Wasserwurzeln“ aus, die in Blumenerde schnell abfaulen.

Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile:

  • Weniger Gießen erforderlich
  • Eingebaute Wasserstandskontrolle
  • Nährstoffe können optimal dosiert werden
  • Optimales Wachstum möglich, ideale Kombination aus Nährstoffen, Wasser und Sauerstoff
  • Geruchlos
  • Weniger anfällig für Schädlinge
  • Selteneres Umtopfen nötig

Nachteile:

  • Umtopfen aufwendiger und teurer als bei Erde
  • Zubehör erforderlich, z. B. Wasserstandsanzeiger
  • Es muss extra gedüngt werden; hierfür ist Spezialdünger nötig
  • Nicht für alle Pflanzen geeignet

Mischkulturen (Kombination aus Granulat und Erde)
Die dritte Pflanzkultur besteht in der Kombination aus Erde und Granulat. Da es hierfür verschiedene Hersteller gibt, sind auch voneinander abweichende Modelle möglich. Grundsätzlich jedoch ist das Prinzip gleich. Am Kern des Wurzelballens verbleibt Erde, der Topf wird anschließend mit Granulat aufgefüllt.
Die Vorteile zeigen sich besonders im Sommer, denn das Granulat ist in der Lage, viel Feuchtigkeit zu speichern. Es bewahrt somit die Pflanze vor dem Austrocknen.