Weltraumbestattung: Beam me up, Scotty

Eine Weltraumbestattung ist mit Sicherheit etwas Besonderes. Sie ist zwar nicht ganz billig, aber ein ungewöhnliches Andenken an den Verstorbenen.


Der 21. April 1997 war ein ganz besonderer Tag für die Angehörigen des Star Trek-Erfinders Gene Roddenberry. Dieser befand sich nämlich an Bord der Pegasus-Rakete, um seine letzte Ruhe in den unendlichen Weiten des Alls zu finden. 2005 trat auch James Doohan, besser bekannt unter dem Spitznamen seiner Rolle „Scotty“, seine letzte Reise an, ein kleiner Teil seiner Asche schwebt nun im Weltraum.

Die unendlichen Weiten des Alls

  • Seit dem Jahr 1997 besteht die Möglichkeit, seinen verstorbenen Angehörigen einen Traum zu erfüllen, der für die Lebenden für immer Utopie bleiben wird: eine Reise ins Universum. Wegbereiter dieser neuen Art, Verstorbene zu bestatten, ist das amerikanische Unternehmen Celestis. 
  • Je nach Budget und Wunsch gibt es verschiedene Möglichkeiten: Bestattung in der Erdumlaufbahn, Reise in die Erdumlaufbahn und wieder zurück auf die Erde, Bestattung auf dem Mond, Reise durch das Universum
  • Und so wird bei der Weltraumbestattung vorgegangen: Ein kleiner Teil der Asche – zwischen einem und 14 Gramm – wird in eine kleinen Behälter „verpackt“ und an Bord einer Rakete transportiert. Der überwiegende Rest der Asche wird auf die klassische Weise beigesetzt. Alternativ besteht auch die Möglichkeit, digitale Botschaften oder andere Informationen des Verstorbenen ins All zu befördern. 

Kosten

  • Die anfallenden Kosten variieren nach Gewicht der Asche und der Entfernung, die zurückgelegt werden soll. Da die Kosten relativ hoch sind, kann nur ein kleiner Teil der Asche transportiert werden, Maximalgewicht ist 14 Gramm. Das preiswerteste Angebot kostet gerade mal knapp 700 $. 
  • Hierfür kann ein Gramm Asche in die Erdumlaufbahn und wieder zurück zur Erde reisen. Für 2000 $ können zwei Verstorbene auf dieselbe Weise bestattet werden. Soll die Asche in der Erdumlaufbahn verbleiben, werden für ein Gramm 2500$ fällig. Eine Bestattung auf dem Mond schlägt mit 30.000$ zu Buche.

Große Chance mit Risiken

  • Auch für die Angehörigen ist eine Weltraumbestattung ein einmaliges Erlebnis, das für den Rest des Lebens im Gedächtnis bleiben wird. Als Erinnerung kann auch eine extra aufgenommene DVD mit dem Start der Rakete angesehen werden. Aber diese Art, seine Verstorbenen ihrer letzten Ruhe zuzuführen, ist nicht ohne Risiken. So kann der Start kurzfristig verschoben oder gar abgesagt werden, für Trauernde kein leicht zu bewältigender Umstand. 
  • Auch Wartezeiten von mehreren Jahren sind keine Seltenheit, da Weltraummissionen nun mal nicht jeden Tag starten. Wer seine Angehörigen auf diese Weise bestatten möchte, muss auch bedenken, dass er damit zum großen Problem des Weltraummülls beiträgt. Im Jahre 2009 kreisten bereits etwa 18500 Himmelskörper im All herum.