Wenn Kinder an der Schule rauchen

Wenn bereits Kinder an der Schule rauchen, sollten die Eltern und die Schule unbedingt eingreifen und vor allem selbst als gutes Vorbild vorangehen.


Suchtprävention bei Schülern ist nicht nur alleine Aufgabe der Eltern. Auch Schulen und sonstige Einrichtungen können ihren Beitrag dazu leisten, damit Kinder und Jugendliche erst gar nicht zur Zigarette greifen. Dennoch erfüllen die Eltern eine wichtige Vorbildfunktion und sollten daher am Besten selbst nicht rauchen.

Mit gutem Beispiel voran
Leider wächst jedes zweite Kind in Deutschland in einem Raucherhaushalt auf. Sogar jede fünfte Mutter greift regelmäßig zur Zigarette, ohne dabei Rücksicht auf die Gesundheit der Kinder zu nehmen. Besonders wenn Babys dem blauen Dunst ausgesetzt werden, kann dies schwere gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Somit werden diese Kinder von klein auf zu Passivrauchern und aufgrund des Suchtverhaltens ihrer Eltern zu Hause haben diese Kinder keine Chance, dem Rauch der Zigaretten der Erwachsenen zu entgehen. Auch greifen die Kinder von Rauchereltern häufiger zur Zigarette als Kinder, deren Eltern die Kleinen frühzeitig über die Gefahren der Sucht aufgeklärt haben und in einem rauchfreien Umfeld aufgewachsen sind. Spätestens also nach der Geburt sollten auch Väter ihre letzte Zigarette ausdrücken. Mit gutem Beispiel in eine rauchfreie Zukunft schützt nicht nur die Gesundheit der Kinder, sondern vermittelt von klein auf, dass Rauchen auch gesellschaftlich nicht mehr akzeptiert ist.

Selbstbewusstsein stärken
Obwohl seit 2007 die Tabakwerbung sowohl in Zeitungen, Zeitschriften als auch im Internet verboten ist, herrscht bei vielen Jugendlichen die Meinung vor, dass Rauchen zum Erwachsenwerden dazu gehört und „cool“ sei. Die gesundheitsschädliche Angewohnheit hat somit unter den Jugendlichen einen Kultstatus, der durch rauchende Prominente zusätzlich unterstützt wird. Nur ein starkes Selbstbewusstsein und die Fähigkeit, sich gegen andere durchzusetzen, geben ieinem Jugendlichen genug Vertrauen, auch vor Gleichaltrigen zu bestehen.

Aufklärung an Schulen
Viele Schüler rauchen wegen einer Art Gruppenzwang an Schulen. Eltern haben hier nahezu gar keinen Einfluss auf ihre Kinder, und Freunde lassen sich schlecht verbieten. Natürlich ist es schön, wenn Ihr Kind Teil eines Freundeskreises ist, in dem das Rauchen als Schwäche angesehen wird und man lieber darauf verzichtet. Aber was können Sie als Eltern tun, wenn die Freunde ihres Kindes regelmäßig rauchen oder gar kiffen?
Durch diverse Aufklärungen in den Schulen wird versucht, den Heranwachsen mittels Argumenten verständlich zu machen, welchen gesundheitlichen Gefahren sie sich durch den Griff zur Zigarette aussetzen. Auch Prominente haben sich diesen Aktionen angeschlossen und nutzen ihren Einfluss, um die Jugendlichen zu überzeugen. Dennoch können Sie ihr Kind stärken, in dem Sie es zu einem selbstbewussten Menschen heranziehen. So verfügt es über das nötige Selbstvertrauen, um auch einmal gegen den Strom der Gruppendynamik zu schwimmen und eine von einem Freund angebotene Zigarette dankend abzulehnen.

Direkte Ansprache und keine Drohungen
Auf keinen Fall sollten Sie die Taschen oder gar das Zimmer Ihres Kindes auf versteckte Zigarettenschachteln durchsuchen. Denn auch Ihr Kind hat ein Recht auf Privatsphäre und regelmäßige Schnüffelaktionen werden die Teenies nicht davon abhalten, nicht zu rauchen. Im Gegenteil, die Methoden zur Verheimlichung werden dann nur immer ausgewiefter, aber das eigentliche Problem bleibt unberührt. Sprechen Sie daher bei einem Verdacht mit ihrem Kind. Nehmen Sie es ernst und drohen Sie nicht mit Strafe. Zeigen Sie sich verständnisvoll und interessiert. Erklären Sie Ihrem Kind in aller Ruhe, warum Sie nicht möchten, dass es raucht und lassen Sie sich im Gegenzug erklären, warum Ihr Kind zur Zigarette greift. Wenn Sie sich damit überfordert fühlen, sollten Sie eine andere Person Ihres Vertrauens hinzuziehen oder sich eventuell Rat bei einem Kinderarzt holen. Gerade bei Kindern unter zehn Jahren, die bereits mit dem Rauchen angefangen haben, kann manchmal auch die Hilfe eines Kinderpsychologen notwendig sein,  da sich eventuell hinter dem Rauchen auch noch ganz andere Probleme, die das Kind mit diesem Suchtverhalten kompensiert, verstecken.

Wenn Kinder rauchen - Letzte Konsequenz
Auch wenn Sie verständnisvoll im Umgang mit Ihrem Kind sind, sollten Sie das Rauchen Ihres Kindes auf keinen Fall tolerieren. Schon gar nicht in seinem Zimmer oder in ihrer Gegenwart. Denn dies wäre ein Zugeständnis von Ihnen und für Ihren Sprössling das Signal, dass alles doch gar nicht so schlimm ist. Eine Tolerierung des Zigarettenkonsums in der eigenen Wohnung wäre daher eher kontraproduktiv und sollte unter keinen Umständen ausgesprochen werden.