Wenn Kinder Superhelden spielen

Kinderzimmer verwandeln sich in Piratenhöhlen oder in Schauplätze berühmter Märchen und Actionfilme. Alle Kids wollen einmal den Superhelden spielen. Der gute, alte Held unserer Kindheit Superman eignet sich hierfür besonders und ist jetzt auch wieder im Trend.


Während sich Mädchen anmutig zwischen Märchenschlössern bewegen, verwandeln sich Jungs lieber in mutige Helden. Kinder schlüpfen in die ihnen zugedachte Geschlechterrolle und erproben ihre Identität. Der Film „Man of Steel“ verspricht eine hochinteressante Rückkehr in die bekannte Welt des Superhelden schlechthin: Superman.

Superhelden spielen: die Identitätsfindung

    • Ob als wunderschöne Prinzessin oder lieber als bewaffneter Held, spielerische Kämpfe dienen einem gesunden Aggressionsabbau. Beliebtes Verkleidungsobjekt ist auch Superman, der 1938 als Comic erschien und anschließend mehrfach verfilmt wurde. Neben den sichtbaren körperlichen Merkmalen spüren Kinder schon früh die Verschiedenheit der Geschlechter durch unterschiedliches soziales Verhalten. Bei Jungs geht es um Kräftemessen und Anführerrollen. Sie wollen unter Gleichaltrigen den Superhelden spielen. 
    • Mit dem Erleben ihrer Rollen erlernen Kinder die eigene Identität als eine Grundvoraussetzung für das Hineinwachsen in soziale Systeme. Zu diesem Thema gibt es beispielsweise weitere Informationen unter www.psychology48.com zu finden. Rollenangepasstes Verhalten ist gesellschaftlich verankert. Kinder orientieren sich oftmals an den Vorbildern gleichen Geschlechts und den konkreten Verhaltensweisen dieser. Auch weibliche Superhelden gibt es inzwischen glücklicherweise immer mehr, sodass nicht zwangsweise konservative Rollenvorstellungen vermittelt werden.

Man of Steel: die Neuverfilmung

    • Im Juni 2013 feiert Superman sein Comeback auf deutschen Kinoleinwänden. Der Actionfilm „Man of Steel“ von Regisseur Zack Snyder verspricht eine Mischung aus Abenteuer und Fantasy sowie großen Emotionen und gewaltigen Actionszenen. Henry Cavill als Superman muss herausfinden, wer er ist. Er aktiviert zur Rettung der Menschheit seine übermächtigen Kräfte und schlüpft aus seinem normalen Jungenleben. Dabei werden kluge und verantwortungsvolle Entscheidungen von ihm erwartet. 
    • In dem Film, der mit einer Laufzeit von 143 Minuten Überlänge hat, treten jedoch manchmal auch die Schattenseiten des Helden hervor. Doch keine Sorge, das Gute siegt! Der Film ist eingestuft in FSK 12. Diese freiwillige Selbstkontrolle dient der Sicherheit der Kinder vor Fehlnutzungen und Verständnisproblemen. Lesen Sie hier mehr zum Kinobesuch mit Kindern.

Sicherheit auf Spielplätzen: den Kindern zuliebe

    • Rollenspiele sind bereichernd und sinnvoll zur Förderung der sozialen Kompetenzen. Das Nachstellen der Szenen aus übermäßig genutzten, gewaltverherrlichenden PC-Spielen kann jedoch gefährlich werden. Findet das Kind nicht mehr aus der virtuellen Welt in die Realität, ist Achtsamkeit geboten. Ein Leben in der imaginären Welt erhöht die Gefahr zur Gewaltbereitschaft auf unseren Spielplätzen.
    • Anteilnahme am Leben deines Kindes, reale Beziehungen und Zugehörigkeit zu verschiedenen sozialen Gefügen wie Sportvereinen oder Interessengruppen, vermindern das Risiko. Wertvorstellungen, Vermittlung von Moral und kreatives Denken und Spielen sollten nicht zu kurz kommen.
    • Den Medienkonsum deines Kindes kannst du sowohl zeitlich als auch inhaltlich überwachen, manche Filme gemeinsam anschauen und Fragen direkt beantworten. Achte auf die Altersempfehlungen, diese sind entwicklungsgerecht gestaffelt. "Man of steel" ist für Kinder unter 12 Jahren nicht geeignet. Unter diesen Voraussetzungen dürfen Kinder dann ruhig einmal den Superhelden spielen!