Wenn sich Kinder Vorbilder suchen

Dass sich Kinder Vorbilder suchen, ist logisch. In ihrer Entwicklung wählen Sie unbewusst unterschiedliche Vorbilder, ob die Eltern, Verwandte oder später Freunde.


Bei der Erziehung von Kindern wollen Eltern oft alles richtig machen, informieren sich umfassend über unterschiedliche Erziehungsformen und pädagogische Vorgehensweisen. Auch die sogenannten „guten Manieren“ sind nicht ein bloßes Relikt aus früheren Zeiten, wo Sohn und Tochter Benimmregeln mit allen Mitteln eingeimpft wurden. Guten Manieren sind den Eltern auch heute noch sehr wichtig, da sie dem Kind helfen, sich besser in der sozialen Umgebung im Umgang mit anderen Menschen zurecht zu kommen. Das verleiht ihnen wiederum Sicherheit und Selbstbewusstsein.

Eltern als die ersten Vorbilder
Die ersten Menschen, die ein Kind kennenlernt und zu denen es eine Bindung aufbaut, sind die Eltern. Kein Wunder also, dass sie für Kinder Vorbilder sind und von ihnen lernen. Durch das genaue Beobachten und Nachahmen des Verhaltens der Eltern lernen Kinder sehr schnell und effektiv. Das erfordert viel Konsequenz und Disziplin von Eltern, da ein Kind, auch wenn es noch sehr klein ist, bei jeder Unterhaltung zuhört und alle Gesten und Reaktionen mitbekommt, gerade wenn sich Eltern unbeobachtet fühlen und sich miteinander unterhalten. Aus dem Grund ist es sehr wichtig, dass Eltern sich auch ebenso verhalten, wie sie es von ihrem Kind später wünschen.

Absprachen mit anderen Bezugspersonen
Ein Kind kommt natürlich auch mit vielen anderen Menschen in Kontakt. Gerade nahe Verwandte, wie die Großeltern, Onkel und Tanten, sollten daher darüber Bescheid wissen, wie die Eltern das Kind erziehen möchten, beziehungsweise welche Werte vermittelt werden sollen und sich entsprechend in der Gegenwart des Kindes verhalten. Vor allen Dingen sollten sie die Entscheidungen der Eltern respektieren und Meinungsverschiedenheiten diesbezüglich nicht vor dem Kind diskutieren oder gar bewusst entgegengesetzt handeln. Es verwirrt und verunsichert Kinder nämlich sehr, unterschiedliche oder gar widersprüchliche Botschaften zu empfangen. Oft werden Verwandte oder Freunde der Eltern für die Kinder Vorbilder, wenn die Kleinen beginnen, die Eltern kritischer zu hinterfragen. Dieser Abnabelungsprozess ist ganz normal.

Das eigene Verhalten hinterfragen
Um erfolgreich die richtigen Werte und Verhaltensweisen im Umgang miteinander zu vermitteln, müssen Eltern sich zunächst ehrlich bewusst machen, wie das eigene Verhalten in Wirklichkeit aussieht. Bei Menschen die sich lange kennen und einander sehr nahe stehen, schleicht sich häufig unbemerkt eine Nachlässigkeit in die „guten Manieren“ ein. Auch ist es wichtig bei all den Dingen, die das Kind lernen soll, Prioritäten zu setzen und konsequent zu üben. Zu viele Informationen auf einmal überfordern nur und Ausnahmen, in denen man falsches Verhalten durchgehen lässt, lassen die Sache unwichtig erscheinen und es nimmt dem, was Eltern sagen, den Ernst. Nicht nur hilfreich, sondern fast unverzichtbar sind nachvollziehbare Erklärungen, warum man etwas so macht und nicht anders. So prägen sich viele Dinge beinahe von selbst ein.