Wer haftet bei einem Wasserschaden in der Mietwohnung

Wer bei einem Wasserschaden in der Mietwohnung die Haftung übernimmt, ist eine Frage, die vor allem davon abhängig ist, wer den Schaden verursacht hat.


Bei der Frage, wer für einen Wasserschaden in der Mietwohnung haftet wird das Verursacherprinzip angewandt. Vereinfacht gesagt bedeutet das, hat ein Mieter den Schaden verursacht, dann ist die Haftpflicht- und Hausratsversicherung des Mieters in der Pflicht. Wird der Schaden durch den Vermieter verursacht, dann ist die Gebäudeversicherung und – je nach Schadensgrundlage – auch die Haftpflichtversicherung des Vermieters zuständig. Dazu gehören auch, Kosten, die entstehen, wenn die Mietsache über einen längeren Zeitraum nicht genutzt werden kann.

Der Wasserschaden in der Mietwohnung wurde durch den Mieter verursacht
Hier gilt der § 280 BGB, der besagt, dass ein Mieter grundsätzlich für Schäden an einer Wohnung haftet, die er selbst verursacht hat. Bei einem Wasserschaden in der Mietwohnung können unterschiedliche Versicherungen zuständig sein. Das ist unter anderem davon abhängig, ob der Mieter grob fahrlässig gehandelt hat oder nicht. Möglicherweise zuständige Versicherungen sind die Wohngebäudeversicherung, die im Regelfall über die Verwaltung oder den Vermieter besteht. Außerdem die Hausrat- und Privathaftpflichtversicherung des verursachenden Mieters, sowie die Hausratsversicherung von Mietern angrenzender Wohnungen, die durch den entstandenen Schaden direkt betroffen sind.

Was geschieht, wenn ein Mieter einen vorhandenen Wasserschaden in der Mietwohnung nicht meldet?
Grundsätzlich ist ein Mieter dazu verpflichtet, Schäden der Mietsache, in deren Kenntnis er gekommen ist, dem Vermieter unverzüglich zu melden. Wenn durch ein Versäumnis des Mieters ein Schaden an der Mietsache entsteht, tritt hier wieder § 280 BGB in Kraft. Doch zunächst muss der Beweis erbracht werden, dass der Mieter von dem Schaden Kenntnis hatte und es sich bei der Nichtanzeige tatsächlich um eine grobe Fahrlässigkeit gehandelt hatte. Ist dies alles nachzuweisen, kann der Vermieter die Kosten des Wasserschadens in der Mietwohnung und auch in den angrenzenden Wohnungen vom Mieter einklagen.

Haftung bei Wasserschaden in der Mietwohnung, verursacht durch den Vermieter
Sind Schäden an einer Mietsache entstanden, dann haftet der Vermieter für die entstandenen Kosten und die Aufwendung, die zu Beseitigung der Mängel notwendig sind, sofern die Ursache für die Schadensentstehung bereits bei Vertragsabschluss vorhanden war oder durch einen, vom Vermieter zu vertretenden Umstand herbeigeführt wurde. Hierzu gehören auch Folgeschäden, wie beispielsweise zerstörte Möbel oder Teppiche des Mieters.
Bestand der Mangel an der Mietsache bereits vor Vertragsabschluss, braucht es kein Verschulden des Vermieters um diesen für die Schäden haftbar zu machen. Der BGH hat in solch einem Fall entschieden, dass der Vermieter auch dann haftet, wenn der Mängel versteckt vorhanden war und er keine Kenntnis davon hatte.
Ist der Wasserschaden in der Mietwohnung erst nach Vertragsabschluss aufgetreten, muss dem Vermieter ein schuldhaftes Verhalten nachgewiesen werden.
Hat der Mieter bei Vertragsabschluss den Mangel gekannt oder durch grob fahrlässiges Verhalten nicht festgestellt, beziehungsweise arglistig verschwiegen, dann ist der Vermieter grundsätzlich von der Haftung freigesprochen.