Wermuttee - die heilende Hand der grünen Fee

Als Aperitif regt Wermut den Appetit an, Wermuttee hilft gegen Verdauungsbeschwerden.


Der Wermut ist seit dem Altertum als Heilpflanze bekannt. Als vermeintlich gefährlicher Inhaltsstoff des Modegetränks Absinth geriet er Ende des 19. Jahrhunderts in Verruf. Doch der Ruf ist wiederhergestellt und der Wermut präsentiert sich in der Naturheilkunde als vielseitiger Helfer.

Herkunft und Verbreitung
Die krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler ist eng mit den bekannten Gewürzpflanzen Beifuß und Estragon verwandt. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet dürfte in Südeuropa, Nordafrika und klimatisch ähnlichen Gebieten Asiens liegen. Mittlerweile ist der Wermut in allen gemäßigten Breiten der Nordhalbkugel zu finden. Die anspruchslose Pflanze wurde schon früh kultiviert, da man ihre Heilwirkung schätzte. Im Altertum und Mittelalter wurde er bei Verdauungs- und Menstruationsbeschwerden, Schmerzen und Entzündungen eingesetzt, außerdem wurden ihm in Liebes- und Abwehrzaubern magische Eigenschaften zugeschrieben.

Wermuttee hilft bei Verdauungsbeschwerden
Das Wermutkraut enthält Bitterstoffe, ätherische Öle, darunter den berüchtigten Wirkstoff Thujon, sowie verschiedene Flavonoide. Das Nervengift Thujon wurde lange für die Symptome des Absinthismus wie Sucht, Kontrollverlust, Halluzinationen und körperlich-seelischer Verfall verantwortlich gemacht. Die Thujon-Konzentration war jedoch schon in den damaligen Rezepturen so gering, dass neueste Untersuchungen die Symptome weniger auf eine Thujon-Vergiftung als vielmehr auf die Menge und die schlechte Qualität des im Absinth enthaltenen Alkohols zurückzuführen. Nachgewiesenermaßen hat Wermut jedoch eine appetitanregende Wirkung und lindert Verdauungsbeschwerden. Gastritis und Blähung lassen sich mit Wermut ebenso behandeln wie krampfartige Beschwerden des Darmsystems und der Gallenwege. Für die verdauungsfördernde Wirkung sind die enthaltenen Bitterstoffe verantwortlich.

Zubereitung
Die Zubereitung des Wermuttees ist unkompliziert. Übergießen Sie pro Tasse ein bis zwei Teelöffel Wermut mit kochendem Wasser. Nachdem der Aufguss zehn Minuten gezogen hat, können Sie ihn abseihen und den Wermuttee in kleinen Schlucken trinken. Die empfohlenen Menge liegt bei ein bis drei Tassen täglich. Nicht geeignet ist Wermuttee bei Magen- und Darmgeschwüren. Da eine wehenfördernde Wirkung beobachtet wurde, ist davon abzuraten, Wermuttee während der Schwangerschaft ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt anzuwenden.