Wicca - Die Naturreligion

Wicca ist eine Religion, die die Natur und die Naturgesetze verehrt.


Wicca bezeichnet eine neureligiöse Vereinigung, welche sich stark an dem frühzeitlichen Naturglauben europäischer Stämme orientiert. Die Mitglieder der Wicca bezeichnen sich gerne als Hexen. Wobei gesagt werden muss, dass nicht jede Hexe auch gleichzeitig Mitglied der Wicca-Religion ist. Hauptsächlich vom Glauben des Keltentums inspiriert, erblühte die Wicca-Religion Anfang des 20. Jahrhunderts in England. Begründer war Gerald B. Gardner, der angelehnt an das angelsächsische Wort "wicce", welches „magisch“ bedeutet, den Begriff Wicca einführte. Nachdem das Anti-Witchcraft-Law in England 1951 aufgehoben wurde, verbreitete sich die Wicca-Religion in ganz Europa und fand 1975 auch seinen Weg nach Amerika. Im deutschsprachigen Raum ist die Naturreligion Wicca noch nicht stark verbreitet.

Definition von Wicca
Hexen im eigentlichen Sinne sind nicht religiös. Manche Hexen praktizieren für sich allein und fühlen sich einer anderen Religion, wie beispielsweise dem Christentum, verbunden.
Wicca allerdings ist eine Religion, die verschiedenen ideologischen Ausrichtungen unterliegt. Im Zentrum der Wicca stehen die Natur und die Naturkräfte, die von den Wicca als heilig und bewundernswert angesehen werden. Besonderes Interesse kommt in der Wicca-Religion dabei dem Mond zu. Der zunehmende Mond symbolisiert die Mond-Göttin als junges, wildes und unschuldiges Mädchen. Der Vollmond steht für den Höhepunkt von Fruchtbarkeit und Sexualität. Und der abnehmende Mond spiegelt die Weisheit und Erfahrung der alten Göttin wieder. Der Kreislauf von Geburt, Leben und Sterben beginnt an Neumond von vorne. Dieser Kreislauf ist der Kern des Wicca-Glaubens und beeinflusst die praktizierten Rituale.
Der Göttin gegenüber steht der angebetete Gott, der nach den Wicca aus der Mond-Göttin entstandenen ist. Er symbolisiert somit alles Erschaffene, während die Göttin für die Schöpfung steht.

Hexenzirkel (Konvente)
Mitglieder der Wicca haben sich in verschiedenen Konventen zusammengefunden. In diesen Hexenzirkeln gibt es keine Hierarchien oder Unterteilungen in Priester und Normalmitglied. Es gibt jedoch auch Anhänger der Wicca, die alleine praktizieren und sich keinem Coven zugehörig fühlen.
Kein Konvent gleicht dem anderen. In den Grundannahmen ähneln sich die Hexenzirkel stark, jedoch sind ihre Ausrichtungen unterschiedlich. Es gibt inzwischen die keltische Wicca, Dianische Wicca, Feen Wicca, hellenische Wicca und noch viele andere Hexenzirkel. In den meisten Konventen stehen sich Frauen und Männer in einem ausgewogenem Zahlenverhältnis gegenüber. Es gibt jedoch auch rein weibliche und rein männliche Konvente. Ein Hexenzirkel besteht idealerweise aus 13 Personen. Wird diese Zahl überschritten, bildet sich ein neuer Zirkel. Dies soll verhindern, dass die Gruppe zu groß wird, und einer organisierten Kirche oder Religion vorbeugen.
Die Wicca verstehen sich nicht als Missionare. Sie glauben an die persönliche Freiheit jedes Einzelnen und respektieren sowohl den Glauben der anderen Konvente als auch die Überzeugungen anderen Religionen. Wichtig für die Anhänger eines Zirkels ist nur, dass alle Mitglieder nach dem Grundgedanken der „Rede“ leben. Die Rede besagt, dass jeder tun kann, was ihm beliebt, solange kein anderen dabei zu schaden kommt. Darüber hinaus leben Wicca nach dem Grundsatz: „Alles was von dir ausgeht, fällt dreifach auf dich zurück".