Die Galle – ein kleiner, grüner und beutelförmiger Muskel, der an der Unterseite der Leber sitzt, sieht eigentlich ganz harmlos und unscheinbar aus. Tatsächlich aber brauchen wir ihn wie unsere Leber auch, denn die Gallenblase hilft dieser, giftige Stoffe aus dem Körper zu schleusen. Außerdem ist sie ein unersetzlicher Unterstützer bei der Fettverdauung, denn die Gallenblase produziert ein bitteres Sekret, dass schlicht und ergreifend Galle genannt wird und die Fette aus unserer Ernährung aufspalten kann, damit sie besser verdaut werden können.
Der kleiner Helfer
Die Gallenblase besteht aus vielen Leberzellen, die das bittere Gallensekret durch Gallengänge in die Verdauungsorgane abgeben. Dieses Sekret spaltet die Fettkügelchen im oberen Dünndarm zu mikroskopisch kleinen Fettkügelchen und ermöglicht somit der Lipase ihre wichtige Aufgabe des Fettbaus zu erfüllen. Außerdem hat die Galle die Aufgabe, giftige Stoffe, die von der Leber „abgefangen“ wurden, sowie Stoffwechsel-Endprodukte Richtung Darmausgang zu transportieren. Die Gallenblase an sich ist jedoch nur so etwas wie Vorratsbehälter, der die Gallenflüssigkeit speichert und dann durch Muskelkontraktion abgibt, wenn diese benötigt wird.
Galle hilft den Körper zu entsäuern
Tagtäglich wird in der Gallenblase ein halber Liter Galle produziert. Davon können 50 Milliliter in der Blase gespeichert werden. In der Flüssigkeit sind viele chemische Substanzen enthalten, wie zum Beispiel das Gallensalz sowie Mineralsalze und Cholesterin. Das Gallensalz ist deshalb wichtig, weil es zusätzlich übersäuerte Nahrung, die der Mensch leider massig zu sich nimmt, wieder zu neutralisieren. Die grünschwarze Farbe der Gallenflüssigkeit entsteht durch Gallenpigmente, die das Produkt aus geschädigten oder überzähligen roten Blutkörperchen sind. Des weiteren besteht die Gallenflüssigkeit zu 80 Prozent aus Wasser.
Gallenflüssigkeit ist ein Recycling-Produkt des Körpers und wird nicht mit ausgeschieden, sondern zurückgehalten um wieder zur Leber transportiert zu werden.
Galle wirkt im Zwölffingerdarm
Die Verdauungshilfe, die die Galle stellt, findet im Zwölffinger-Darm statt. Wenn also Nahrung dort ankommt, werden von einigen Spezialzellen Hormone ausgeschüttet die über die Blutbahn zur Gallenblase gelangen und es dann dort zu einer Kontraktion kommt. Zur gleichen Zeit öffnet sich der Schließmuskel, der zwischen Gallenblasengang und Zwölffingerdarm liegt, sodass das Gallensekret in den Darm einfließen kann und die Spaltung von Nahrungsfetten stattfinden kann.
Gefährliche Gallensteine
Die häufigste Krankheit, die in Verbindung mit der Galle auftritt sind Gallensteine. Diese sind das Resultat einer Veränderung des Mischungsverhältnisses der Gallenflüssigkeit. Zum Beispiel, wenn zu viel Cholesterin in dieser vorhanden ist, denn dann bilden sich Cholesterin-Kristalle, die zu Gallensteinen heranwachsen können. Diese sind aber nur gefährlich, wenn sie den Schließmuskel der Gallenblase blockieren oder die Gallenflüssigkeit am Ausfließen hindern.