Widerspruch gegen zu hohe Energiepreise einlegen

Die wahrscheinlich größte Hürde dabei, sich gegen die Preiswillkür der Energieversorger zu wehren, ist, dass man oft nicht genau weiß, wie man vorgehen soll und was es zu beachten gilt. Dabei ist gerade das korrekte und vollständige Widerspruchsschreiben enorm wichtig, um Erfolg zu haben.


Das Einlegen von Widerspruch gegen den Energiepreis kann jederzeit erfolgen. Man muss nicht bis zur Ankündigung einer Preiserhöhung warten. Auch wenn bereits eine Nachzahlung vom Konto abgezogen wurde, kann man die Abbuchung innerhalb weniger Tage wieder rückgängig machen lassen. Darüber sollte man sich bei seinem Geldinstitut erkundigen. Als Kunde der Grundversorgung kann man auch bis spätestens acht Wochen nach Erhalt der Jahresabrechnung protestieren. Der erste Schritt ist in jedem Fall eine schriftliche Ablehnung des Energiepreises oder der Preiserhöhung unter Anzweiflung deren „Billigkeit“. Wenn der monatliche Abschlag bereits erhöht wurde, sollte man diesen auch entsprechend kürzen.

Inhalt des Widerspruchsschreibens

  • Das wichtigste ist die Beanstandung des Preises als „unbillig“. Dabei sollte man den gesamten Preis als unbillig beanstanden, und nicht nur die Erhöhung. Außerdem ist es besser, die Formulierung „erhöhter Preis“ statt „Preiserhöhung“ zu verwenden. 
  • Dazu muss schriftlich festgehalten werden, dass man die Berechtigung des Versorgers zur Preisneubestimmung anzweifelt und einen entsprechenden Nachweis fordert. Im Klartext heißt das: Der Versorger muss offenlegen, wie sich der Preis zusammensetzt und ein Gericht muss ihn als berechtigt und als der „Billigkeit“ entsprechend bestätigen. 
  • Hat der Versorger eine Einzugsermächtigung, so sollte man im Widerspruchsschreiben hinzufügen, dass man diese Ermächtigung auf den alten Preis oder eine selbst festgesetzte Höhe beschränkt. Von da an ist eine Abbuchung eines höheren Abschlags illegal und vertragswidrig bis die Berechtigung des Preises gerichtlich bestätigt wurde. Am einfachsten ist es, ein Musterschreiben des Bundes der Energieversorger zu verwenden.

Einschüchternde Reaktion des Versorgers auf den Widerspruch

  • Reaktionen der Versorger, die aus Androhungen von Mahnbescheiden, dem Einschalten von Inkassobüros oder Anwälten bestehen, entbehren jeder rechtlichen Grundlage und sind lediglich als Einschüchterungsversuche zu verstehen. 
  • Der Protestkunde muss keine geforderten Beträge oder Mahnungen nachzahlen, solange es nicht gerichtlich festgelegt wurde. Der Versorger hingegen steht in der Pflicht, eine Energieversorgung zu garantieren, solange man nur den Teilbetrag nicht zahlt, dessen Billigkeit man anzweifelt. Es ist also ebenso rechtswidrig, gar nichts mehr zu zahlen. 
  • Ebenso sind Androhungen von Schufa-Eintragungen nicht rechtens. Einen Anwalt oder eine Rechtsberatung braucht man im Grunde nicht, wenn man alle Hinweise beachtet. Erst, wenn der Versorger vor Gericht Klage erhebt oder eine Versorgungseinstellung androht, sollte man sich darum bemühen.