Wie Buddhisten die Welt verstehen - ein kompakter Überblick

Buddhisten stützen sich auf den Buddhismus als vielschichtige Weltanschauung, die eine Anleitung zum guten Leben gibt.


Der Buddhismus ist eine der fünf Weltreligionen neben dem Islam, Hinduismus, Juden- und Christentum. Aber nicht nur das: Buddhisten haben einen facettenreichen Glauben. Es gibt verschiedene Traditionen, Schulen und Sekten. Im Unterschied zu anderen Religionen kennt der Buddhismus keinen Schöpfergott.

Der Begriff Buddhismus
Vom Buddhismus spricht man erst seit den 1930er Jahren. Verkündet wurden die Lehren dieser Religion vom Buddha Gautama im sechsten Jahrhundert vor Christus. Entstanden ist seine Lehre in geistiger Auseinandersetzung mit der Vedischbrahmanischen Religion und zeitgenössischen Philosophischen Vorstellungen, unter der Voraussetzung der Gedankenwelt der Upanishaden, des Yoga und der Samkhya-Philosophie. Demnach kann man mit dem Buddhismusforscher Damien Keown von einem Komplex von Subtraditionen sprechen. Buddhisten werden in ihrer Glaubensgemeinschaft nicht zentral geleitet. Die einzelnen Mönchsgruppen, die es seit der Entstehung des Buddhismus von jeher gab, regelten ihre Angelegenheiten selbstständig.

Weltbild der Buddhisten
Im Buddhismus ist die Welt eine Scheinwelt. Wer davon ausgeht, dass die Welt durch einen Weltschöpfer und -lenker bestimmt wird, unterliegt einem Schein, einer Täuschung. Es gibt Stationen, die als gesetzmäßiger Prozess ohne Anfang gesehen werden. Im Ablauf des Werdens und Vergehens von Welten ist eine Welt eine Station. Jede Welt ist für den Buddhisten dreifach gestuft und ihr Ablauf, das Werden und Vergehen, wird durch die Taten (Karma) von den Lebewesen der vorhergehenden Welt bestimmt. Diese Welten, die immer wieder werden und vergehen, gilt es, durch ein identisches Ende (Nirvana ) zu überwinden. Die Möglichkeit eines Nirvanas wird wahr, wenn das Leidvolle erloschen ist, das durch die Wanderung von Welt zu Welt, von Dasein zu Dasein entsteht, und erkannt wird, dass dieser Prozess aller Lebewesen eine Illusion ist. Buddha Gautama sagt zum Nirvana, dem Ende des Leidens, lediglich, dass man ein Ende des Leidens erst erreicht, wenn man das Ende der Welt erreicht hat. Sich im Nirvana befinden heißt, jenseits aller Welten zu sein. Weitere Aussagen macht Buddha Gautama darüber nicht. Bei Buddhisten kommt es also darauf an, dieses Ende zu erreichen, um aus dem Kreislauf des Leidens erlöst zu werden.