Wie kann man Privatdetektiv werden?

Privatdetektiv werden kann man auf der Grundlage eines Studiums in einer Ausbildungsstätte dieses Gewerbes.


Privatdetektiv werden: In Deutschland gibt es weder ein Berufsbild „Detektiv“ noch eine staatlich anerkannte Ausbildungsordnung. Man kann diesen Beruf auch nicht bei irgendeinem Meister lernen und vor einer Kammer eine Abschlussprüfung ablegen. Kaum jemand weiß, dass es schon seit einem Vierteljahrhundert eine von den Berufsverbänden  erarbeitete „Berufsordnung für Detektive in Deutschland“ gibt.
 

 

Die Berufsbezeichnung ist in Deutschland nicht geschützt

  • Privatdetektiv werden kann man auf der Grundlage eines Studiums dieses
    Berufs an der „Zentralstelle für die Ausbildung im Detektivgewerbe“
    (ZAD). Dieses Studium dauert zwei Jahre und endet mit dem Zeugnis des
    „Geprüften Detektiv“. Davon gibt es nicht allzu viele – um die Tausend
    insgesamt.

 

  • Die Berufsbezeichnung „Privatdetektiv“ ist nicht geschützt, jeder kann Privatdetektiv werden. Im Grunde kann man sich auch ohne Studium an der ZAD so bezeichnen.

 

  • Sieht man einmal von der Beschäftigung als Überwacher in Warenhäusern und Supermärkten ab – für die man unter Umständen eine Bewachungserlaubnis braucht – sind die Berufsaussichten in diesem Gewerbe auch ausgesprochen mager. Wer ein solches Gewerbe freischaffend ausüben will, muss dies der Gewerbeaufsicht anzeigen.

 

  • Sein Unternehmen als Detektivbüro zu bezeichnen ist ohne Probleme möglich.  Sonderrechte hat ein Privatdetektiv sowieso nicht. Er kann wie jedermann Straftäter beim Begehen ihrer Straftat festnehmen – so sie sich festnehmen lassen.

 

  • Anders sieht es in Österreich aus, wo das Gewerbe des Privatdetektivs zulassungspflichtig ist und behördlich überwacht wird. Dort regelt die Gewerbeordnung ausdrücklich deren Tätigkeit.

 

Privatdetektiv werden: Das Gewerbe hat keinen guten Ruf

  • Sofern der Privatdetektiv nicht im Angestelltenverhältnis in Warenhäusern und Supermärkten tätig ist, muss er schauen, wie er zu Aufträgen kommt. Hier zeigt sich, dass das Privatdetektiv werden auch Durchhaltevermögen erfordert.

 

  •  Da die Polizei bei Straftaten für den Anzeigeerstatter umsonst arbeitet, bleiben dem Privatdetektiv nur zwielichtige Fälle wie die Beschattung vermeintlich ungetreuer Ehepartner oder Ermittlungen im Bereich von Schwarzarbeit oder angeblicher Krankmeldungen von Mitarbeitern.

 

  • Dabei bewegen sie sich in einer rechtlichen Grauzone, da sie das Recht der Zielpersonen auf informationelle Selbstbestimmung arg verletzen. Ähnliches gilt für Ermittlungen in Unterhalts- oder Sorgerechtsstreitigkeiten.

 

  •  Im Wirtschaftsleben sind Wirtschaftsdetekteien und Auskunfteien tätig, die aber mit Privatdetektiven nicht verwechselt werden dürfen.

 

  • Für einen Einstieg in diesen Beruf gibt es keine besonderen Voraussetzungen. Gelegentlich wenden sich pensionierte Polizei- und Kriminalbeamte diesem Gewerbe zu und wollen Privatdetektiv werden.