Wie viel Betriebsurlaub ist erlaubt? - rechtlicher Hintergrund

Ein Arbeitgeber muss genau kalkulieren, wann er den Betriebsurlaub ankündigen sollte. Denn nur 3/5 des Erholungsurlaubs der Arbeitnehmer darf zu Betriebsurlaubszwecken verwendet werden.


In der Regel wählt sich jeder Arbeitnehmer einen Zeitraum für den Jahresurlaub aus und gibt ihn rechtzeitig seinem Vorgesetzten bekannt. Das garantiert der § 7 des Bundesurlaubgesetzes, in dem auch festgeschrieben ist, dass der Arbeitgeber seinen Angestellten ihre Wunschurlaubszeit erfüllen muss. Jedoch gibt es in der Regelung auch einige Ausnahmen, die statt der individuellen Urlaubszeit einen Betriebsurlaub für alle Arbeitnehmer zu einem Zeitraum erlauben, der vom Arbeitgeber ausgewählt wird. Einer der Gründe ist betriebsbedingt. Wenn in einem Unternehmen zu viel Arbeit ansteht und zusätzlich auch noch vor Ihnen einige Kollegen in Urlaub fahren, kann der Arbeitgeber rein rechtlich Ihren Urlaubswunsch ablehnen. Zudem wird bei der Auswahl der Ferienwochen Arbeitnehmern mit Kindern der Vorzug gewährt, damit Sie in den Schulferien mit den Kindern wegfahren können.

Probleme bei der Urlaubsplanung
Probleme bei der Urlaubsplanung gibt es aber erst, wenn Betriebsferien für einige Tage angekündigt werden, die auf Ihrem Jahresurlaub angerechnet werden können. Beispielweise kann der Arbeitgeber einen Betriebsurlaub zwischen Weihnachten und Neujahr, also für 5 Tage, anmelden, die von Ihrem Jahresurlaub abgezogen werden. Zudem ist der Betriebsurlaub auch von Unternehmen zu Unternehmen verschieden. Arbeiten Sie zum Beispiel für ein Unternehmen das als Zulieferer tätig ist, dann ist Ihrem Arbeitgeber logischerweise und den Gesetzen entsprechend auch erlaubt, Betriebsferien zu machen, wenn das Unternehmen, das beliefert wird, selbst Betriebsurlaub macht. Wenn eine Betriebsvereinbarung zum Betriebsurlaub vorliegt ist er auch unumgänglich.

Rechte des Arbeitgebers
Jedoch wurde per Gesetz festgelegt, dass Arbeitnehmer zumindest einen Teil ihrer Urlaubszeit selbst festlegen können. Laut einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts muss für ihn 2/5 der Urlaubszeit selbst planbar sein. 3/5 des Erholungsurlaubs können aber vom Arbeitgeber als Betriebsurlaub selbst festgelegt werden. Eine Erleichterung erfahren die Arbeitnehmer zudem durch die Regelung, dass die Betriebsferien bereits am Anfang eines Urlaubsjahres allen bekannt gegeben werden müssen. So können die Arbeitnehmer zwar nicht über mehr als die Hälfte ihrer Urlaubszeit entscheiden, aber sie haben die Möglichkeit ihren Urlaub gemäß den Betriebsferien rechtzeitig zu planen. Zudem ist die Urlaubszeit häufig schon in den Tarifverträgen oder Arbeitsverträgen festgeschrieben.